Deutsche Tageszeitung - Merkel telefoniert mit europäischen Staatenlenkern zur Lage in Afghanistan

Merkel telefoniert mit europäischen Staatenlenkern zur Lage in Afghanistan


Merkel telefoniert mit europäischen Staatenlenkern zur Lage in Afghanistan
Merkel telefoniert mit europäischen Staatenlenkern zur Lage in Afghanistan / Foto: ©

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit anderen europäischen Staatenlenkern eine enge Koordination bei den Evakuierungsflügen aus Afghanistan vereinbart. Wie Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag mitteilte, telefonierte Merkel mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron, dem britischen Premierminister Boris Johnson, sowie dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi. Demnach vereinbarten sie eine "enge Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung vor Ort" bei der Evakuierung von eigenen Staatsbürgern sowie afghanischen Ortskräften.

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Alle vier Staaten haben Flugzeuge nach Kabul geschickt, um Botschaftsmitarbeiter, andere eigene Staatsbürger sowie afghanische Mitarbeiter nach der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban außer Landes zu bringen. Die Evakuierungsaktion war am Montag unter chaotischen Umständen angelaufen, da tausende Menschen verzweifelt versucht hatten, an Bord von Flugzeugen zu gelangen. Am Dienstag hatte sich die Lage am Flughafen von Kabul laut Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) dann "stabilisiert" - auch weil die Taliban nur Ausländer ohne Schwierigkeiten zum Flughafen durchließen.

Merkel telefonierte laut Seibert auch mit dem UN-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi. Nach Angaben des Regierungssprechers wollte die Kanzlerin zudem mit Staats- und Regierungschefs "auch aus der Region rund um Afghanistan" sprechen.

Die Bundesregierung rechnet mit einer steigenden Zahl von Flüchtlingen aus Afghanistan. Zehntausende Menschen versuchen derzeit, aus dem Land zu fliehen, weil sie eine Rückkehr zu einer Herrschaft nach den drakonischen Regeln eines fundamentalistischen Islam fürchten, wie sie die Taliban bereits in den Jahren 1996 bis 2001 ausgeübt hatten. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR waren schon vor den Entwicklungen der vergangenen Tage in Afghanistan mehr als 550.000 Binnenflüchtlinge verzeichnet worden.

(I.Beryonev--DTZ)

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