Deutsche Tageszeitung - Mindestens drei Tote bei türkischem Luftangriff auf Klinik im Nordwestirak

Mindestens drei Tote bei türkischem Luftangriff auf Klinik im Nordwestirak


Mindestens drei Tote bei türkischem Luftangriff auf Klinik im Nordwestirak
Mindestens drei Tote bei türkischem Luftangriff auf Klinik im Nordwestirak / Foto: ©

Bei einem Luftangriff auf ein Krankenhaus im Nordwesten des Irak hat es nach Angaben eines Arztes mindestens drei Tote und fünf Verletzte gegeben. Die Klinik im Bezirk Sindschar sei "völlig zerstört" worden, sagte der dortige Vize-Bürgermeister Dschalal Chalef Bisso am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Ein ranghoher Militär machte die Türkei für den Angriff verantwortlich. Einem Beamten zufolge wurde das Gebäude von drei Drohnen getroffen.

Textgröße ändern:

Die Türkei führt in der Region regelmäßig Luftangriffe gegen Stellungen der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) aus. Bei einem dieser Angriffe auf eine der PKK nahestehenden Miliz waren am Montag ein ranghohes jesidisches Mitglied sowie zwei seiner Mitstreiter getötet worden. Ein jesidischer PKK-Kämpfer wurde dabei verletzt und zur Behandlung in das nun zerstörte Krankenhaus gebracht, wie ein jesidischer Aktivist AFP sagte.

Sindschar ist die Heimat der Jesiden. Die kurdischsprachige religiöse Minderheit war 2014 in besonderem Maße der Verfolgung durch die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ausgesetzt. Tausende Jesiden wurden vom IS getötet, hunderttausende in die Flucht getrieben.

Das türkische Militär hatte im April im Norden des Nachbarlands eine erneute Offensive gegen PKK-Stellungen gestartet. Die PKK wird von der Regierung in Ankara sowie den meisten westlichen Staaten als "Terrororganisation" eingestuft. Die Türkei betrachtet den Nordirak als Rückzugsraum der PKK und greift dort regelmäßig deren Stellungen an.

Erst im Juni waren bei einem türkischen Drohnenangriff auf ein von Kurden bewohntes Flüchtlingslager im Nordirak drei Zivilisten getötet worden. Bei dem Angriff auf das Lager Machmur wurde laut kurdischen Angaben ein Kindergarten in der Nähe einer Schule getroffen.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Vor Wahl in Sachsen-Anhalt: Heftiges Rededuell zwischen Kandidaten von CDU und AfD

Rund anderthalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten von AfD und CDU ein teils heftiges Rededuell über ihre politischen Ziele geliefert. Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze warf seinem AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund am Mittwochabend in der Sendung "Fakt ist!" des MDR vor, "kein Konzept für die Zukunft für Sachsen-Anhalt" zu haben, etwa für die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Schweizer Aussenpolitik und EU-Beziehungen im Fokus

In der aktuellen Folge von «Schweiz im Fokus» diskutierten Julia Lüscher und vier Gäste die Rolle der Schweiz in unsicheren Zeiten. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen durch geopolitische Spannungen, die Zukunft der Neutralität sowie die kritischen Beziehungen zur Europäischen Union und das Vertragswerk Bilaterale III.

Vor Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD baut Vorsprung in Umfrage weiter aus

Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat die AfD ihren Vorsprung auf die CDU in einer Umfrage auf 20 Prozentpunkte vergrößert. In der am Mittwoch in Köln veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für die ARD kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD auf 42 Prozent - ein Prozentpunkt mehr als bei einer vorangegangen Befragung von Ende Juli. Die CDU verliert dagegen zwei Punkte und wird aktuell bei 22 Prozent gesehen.

BSW in Thüringen stellt klar: Fraktion stimmt gegen Misstrauensvotum von AfD

Die AfD im Thüringer Landtag kann bei ihrem für Freitag angesetzten konstruktiven Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) nicht auf Stimmen des BSW zählen. Das stellte die Landtagsfraktion des BSW in Erfurt am Mittwoch nochmals klar. "Die BSW-Fraktion wird am Freitag geschlossen mit Nein stimmen", erklärte sie. Der AfD gehe es nicht um die Menschen in Thüringen, sondern um "reine Selbstinszenierung".

Textgröße ändern: