Deutsche Tageszeitung - US-Polizist geht nach tödlichem Schuss auf Kapitol-Angreiferin an Öffentlichkeit

US-Polizist geht nach tödlichem Schuss auf Kapitol-Angreiferin an Öffentlichkeit


US-Polizist geht nach tödlichem Schuss auf Kapitol-Angreiferin an Öffentlichkeit
US-Polizist geht nach tödlichem Schuss auf Kapitol-Angreiferin an Öffentlichkeit / Foto: ©

Mit einem Fernsehinterview hat der Polizist, der bei der Erstürmung des US-Kapitols am 6. Januar eine Angreiferin erschossen hatte, seine Identität öffentlich gemacht. In dem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview im Sender NBC verteidigte Michael Byrd den tödlichen Schuss auf Ashli Babbitt. Es sei das "letzte Mittel" gewesen, um das Leben von Parlamentariern, anderen Polizisten und sein eigenes Leben zu schützen.

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"Ich weiß, dass ich an diesem Tag zahlreiche Leben gerettet habe", sagte Byrd. "Das ist mein Job."

Radikale Anhänger des abgewählten Präsidenten Donald Trump hatten am 6. Januar den Kongress gestürmt, als dort der Sieg des Demokraten Joe Biden bei der Präsidentschaftswahl vom November zertifiziert werden sollte. Eine Gruppe von Eindringlingen schlug nahe des Plenarsaals des Repräsentantenhauses die Scheibe einer verbarrikadierten Tür ein. Als die Luftwaffen-Veteranin Babbitt als Erste durch die Öffnung steigen wollte, feuerte Byrd einen Schuss ab. Die Kugel traf die 35-Jährige, die keine Waffe bei sich trug, tödlich.

"Ich habe versucht, so lange wie möglich zu warten", sagte der Polizist nun auf NBC. "Ich habe gehofft und gebetet, dass niemand versucht, durch diese Tür zu kommen." Weil die Angreifer sich aber seinen Anweisungen widersetzt hätten, habe er schießen müssen: "Wenn sie es durch diese Tür schaffen, dann sind sie im Plenarsaal des Repräsentantenhauses und bei den Kongressmitgliedern."

Die Kapitol-Polizei war kürzlich in einer Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass Byrd angemessen gehandelt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte ihre Ermittlungen gegen den Polizisten bereits zuvor eingestellt.

In rechten Kreisen, wo Babbitt als Märtyrerin angesehen wird, wird Byrd angefeindet. Der afroamerikanische Polizist sagte auf NBC, er habe Todesdrohungen erhalten und sei auch rassistisch beleidigt worden. Während seine Identität bislang nicht öffentlich gemacht worden war, kursierte sein Name bereits seit geraumer Zeit im Internet.

Trump selbst sprach in den vergangenen Monaten immer wieder über Babbits Tod und verlangte, die Identität des Polizisten öffentlich zu machen. "Wer hat Ashley Babbitt getötet?" fragte er wiederholt. Babbitt bezeichnete er als "unschuldige, wunderbare, unglaubliche Frau".

(A.Nikiforov--DTZ)

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