Deutsche Tageszeitung - Bolsonaro nennt Tod, Haft oder Wahlsieg als seine Zukunftsalternativen

Bolsonaro nennt Tod, Haft oder Wahlsieg als seine Zukunftsalternativen


Bolsonaro nennt Tod, Haft oder Wahlsieg als seine Zukunftsalternativen
Bolsonaro nennt Tod, Haft oder Wahlsieg als seine Zukunftsalternativen / Foto: ©

Brasiliens umstrittener rechtsextremer Staatschef Jair Bolsonaro sieht in seiner Wiederwahl kommendes Jahr offenbar eine existentielle Notwendigkeit, um sich vor juristischer Verfolgung zu schützen. "Ich habe für meine Zukunft drei Alternativen", sagte Bolsonaro am Samstag bei einem Treffen mit evangelikalen Christen im zentralbrasilianischen Goiania. "Ins Gefängnis zu kommen, tot zu sein oder siegreich."

Textgröße ändern:

"Sie können sich sicher sein, dass die erste Alternative nicht existiert", fügte der Präsident hinzu. "Ich tue, was nötig ist, und ich schulde niemandem etwas." Örtlichen Medien zufolge will Bolsonaro bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr erneut kandidieren.

Brasiliens Oberster Gerichtshof hat mehrere Ermittlungen gegen Bolsonaro eingeleitet. Anfang August ordnete sein Richter Alexandre de Moraes Ermittlungen gegen den Staatschef wegen "Anstiftung zu einem Verbrechen" und "Verleumdung" an.

Bolsonaro übte am Samstag erneut Kritik am Obersten Gerichtshof sowie am Obersten Wahlgericht. "Niemand auf Erden wird mich einschüchtern", versicherte er. Am Mittwoch war Bolsonaro mit der Forderung gescheitert, de Moraes, der sowohl dem Obersten Gerichtshof als auch dem Obersten Wahlgericht angehört, abzusetzen. Hintergrund sind Vorwürfe des Präsidenten, das seit 1996 genutzte elektronische Wahlsystem in Brasilien sei nicht rechtens.

Bolsonaro ist unter anderem umstritten, weil er die Gefahren durch das Coronavirus immer wieder herunterspielte. Bei seinem Besuch in Goiania trat er laut Bildern aus Online-Netzwerken erneut ohne Maske vor eine Menschenmenge. Er appellierte an die Evangelikalen, die entscheidenden Anteil an seinem Wahlsieg 2018 hatten, am 7. September an Kundgebungen zu seiner Unterstützung teilzunehmen.

Vor seiner Reise nach Goiania, der Hauptstadt des Bundesstaates Goiás, hatte Bolsonaro die Brasilianer am Freitag aufgerufen, sich zu bewaffnen. "Alle müssen ein Gewehr kaufen. Ein bewaffnetes Volk wird niemals unterworfen", sagte er. Zu Einwänden, wegen der Inflation im Land könnten sich viele keine Waffe leisten, sagte Bolsonaro: "Ein Idiot könnte sagen ’man muss Bohnen kaufen’. Mein Lieber, wenn Du kein Gewehr kaufen willst, stör nicht diejenigen, die eins kaufen wollen."

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Juristischer Etappensieg für Trump bei geplanten Briefwahl-Einschränkungen

Gut zwei Monate vor den Kongresswahlen hat der konservativ dominierte Supreme Court vorerst grünes Licht für die Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine erschwerte Briefwahl gegeben. Der Oberste Gerichtshof hob am Montag (Ortszeit) die Entscheidung eines Bundesgerichts in Massachusetts auf, das eine Aussetzung eines entsprechenden Dekrets des Präsidenten angeordnet hatte.

Staatsdefizit steigt im ersten Halbjahr 2026 auf mehr als 71 Milliarden Euro

Das deutsche Staatsdefizit ist in den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres auf 71,3 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, lag das Defizit damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum. Das ist vor allem auf das Finanzierungsdefizit des Bundes zurückzuführen, das im ersten Halbjahr 2026 demnach 48,1 Milliarden Euro betrug. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Anstieg um 29 Milliarden Euro.

Medien: Ermittler gehen von mehreren Drohnen bei Vorfall in Leipzig aus

Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig gehen die Ermittler Medienberichten zufolge davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt wurden. "Eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein", berichteten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstag unter Berufung auf Ermittler. Außerdem sei eine dritte Drohne zehn Tage nach dem Vorfall auf einem Feld im Kabelsketal westlich des Flughafens gefunden worden, berichteten die Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Supreme Court macht vorerst Weg frei für Trump-Dekret für erschwerte Briefwahl

Gut zwei Monate vor den Zwischenwahlen zum Kongress hat der Supreme Court vorerst grünes Licht für die Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine erschwerte Briefwahl gegeben. Der Oberste Gerichtshof hob am Montag die Entscheidung eines Bezirksgerichts auf, das eine Aussetzung eines entsprechenden Dekrets des Präsidenten angeordnet hatte.

Textgröße ändern: