Deutsche Tageszeitung - EU drängt Athen zur Umsetzung von Überwachungsmechanismus für Migranten-Grundrechte

EU drängt Athen zur Umsetzung von Überwachungsmechanismus für Migranten-Grundrechte


EU drängt Athen zur Umsetzung von Überwachungsmechanismus für Migranten-Grundrechte
EU drängt Athen zur Umsetzung von Überwachungsmechanismus für Migranten-Grundrechte / Foto: ©

Die Europäische Kommission drängt Athen zur Umsetzung eines Mechanismus zur Überwachung der Grundrechte von Migranten an den EU-Außengrenzen. Die Kommission lege großen Wert darauf, "dass die griechischen Behörden rasch einen solchen unabhängigen und glaubwürdigen Überwachungsmechanismus einrichten, um Grundrechtsverletzungen an den Grenzen vorzubeugen", teilte eine Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit. Zuvor hatte der "Spiegel" berichtet, die EU-Kommission verweigere in diesem Zusammenhang der griechischen Küstenwache vorerst weitere Soforthilfen.

Textgröße ändern:

"Griechenland hat zusätzliche Mittel für den Grenzschutz angefragt, insbesondere in der Ägäis", sagte EU-Innenkommissarin Ylva Johansson dem "Spiegel". "Wir haben gesagt, dass eine solche Zahlung mit der Einrichtung des Mechanismus zur Überwachung der Grundrechte verknüpft werden sollte." Dazu sei nun eine Arbeitsgruppe gegründet worden, führte Johansson im "Spiegel" aus und fügte hinzu: "Ich erwarte in dieser Sache Fortschritte."

Seit 2015 hat die EU Griechenland dem Bericht zufolge mehr als 643 Millionen Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise gezahlt. In Teilen geht das Geld direkt an die griechische Küstenwache.

Die Küstenwache verwende die Mittel aber unter anderem für sogenannte Pushbacks, bei denen Asylsuchende auf orangenen Rettungsflößen auf dem Meer ausgesetzt werden, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf eigene Recherchen. Selbst Schutzsuchende, die es auf eine griechische Insel wie Lesbos oder Samos geschafft hätten, würden trotz Lebensgefahr wieder hinaus aufs Meer gebracht.

Die Berichterstatterin der Frontex-Prüfgruppe im EU-Parlament, Tineke Strik, sage dem "Spiegel": "Wir drängen schon lange darauf, dass die finanzielle Unterstützung der EU abhängig gemacht wird vom rechtsstaatlichen Handeln der Grenzschützer."

(A.Nikiforov--DTZ)

Empfohlen

Juristischer Etappensieg für Trump bei geplanten Briefwahl-Einschränkungen

Gut zwei Monate vor den Kongresswahlen hat der konservativ dominierte Supreme Court vorerst grünes Licht für die Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine erschwerte Briefwahl gegeben. Der Oberste Gerichtshof hob am Montag (Ortszeit) die Entscheidung eines Bundesgerichts in Massachusetts auf, das eine Aussetzung eines entsprechenden Dekrets des Präsidenten angeordnet hatte.

Staatsdefizit steigt im ersten Halbjahr 2026 auf mehr als 71 Milliarden Euro

Das deutsche Staatsdefizit ist in den ersten sechs Monaten des aktuellen Jahres auf 71,3 Milliarden Euro gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, lag das Defizit damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum. Das ist vor allem auf das Finanzierungsdefizit des Bundes zurückzuführen, das im ersten Halbjahr 2026 demnach 48,1 Milliarden Euro betrug. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Anstieg um 29 Milliarden Euro.

Medien: Ermittler gehen von mehreren Drohnen bei Vorfall in Leipzig aus

Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig gehen die Ermittler Medienberichten zufolge davon aus, dass mehrere Drohnen eingesetzt wurden. "Eine zweite Drohne könnte mit einem DHL-Flugzeug kollidiert sein", berichteten die "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstag unter Berufung auf Ermittler. Außerdem sei eine dritte Drohne zehn Tage nach dem Vorfall auf einem Feld im Kabelsketal westlich des Flughafens gefunden worden, berichteten die Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise.

Supreme Court macht vorerst Weg frei für Trump-Dekret für erschwerte Briefwahl

Gut zwei Monate vor den Zwischenwahlen zum Kongress hat der Supreme Court vorerst grünes Licht für die Pläne von US-Präsident Donald Trump für eine erschwerte Briefwahl gegeben. Der Oberste Gerichtshof hob am Montag die Entscheidung eines Bezirksgerichts auf, das eine Aussetzung eines entsprechenden Dekrets des Präsidenten angeordnet hatte.

Textgröße ändern: