Deutsche Tageszeitung - Blinken: Zeit für Rückkehr des Iran zu Atomabkommen läuft aus

Blinken: Zeit für Rückkehr des Iran zu Atomabkommen läuft aus


Blinken: Zeit für Rückkehr des Iran zu Atomabkommen läuft aus
Blinken: Zeit für Rückkehr des Iran zu Atomabkommen läuft aus / Foto: ©

US-Außenminister Antony Blinken hat gewarnt, dass die Zeit für eine Rückkehr des Iran zum internationalen Atomabkomen (JCPOA) ausläuft. "Ich werde kein Datum nennen, aber wir nähern uns dem Punkt, an dem eine strikte Rückkehr zur Einhaltung des JCPOA die erreichten Vorteile dieses Abkommens nicht mehr abbilden kann", sagte Blinken nach einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf dem rheinland-pfälzischen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein.

Textgröße ändern:

Die im April aufgenommenen Verhandlungen über einen Neustart des Atomabkommens in Wien waren nach der Wahl des Hardliners Ebrahim Raisi zum iranischen Präsidenten zum Stillstand gekommen. Bisher gibt es kein neues Datum für die Fortsetzung der Gespräche. Teheran hat angedeutet, dass die Gespräche erst in zwei oder drei Monaten wieder aufgenommen würden.

"Zwei oder drei Monate ist ein Zeitraum, der uns viel zu lang ist", sagte auch Bundesaußenminister Maas am Mittwoch. Er habe den iranischen Außenminister in einem Telefonat aufgefordert, "dafür zu sorgen, dass dieser Zeitraum nicht ausgeschöpft wird, sondern dass man schneller an den Verhandlungstisch zurückkehrt". Er fügte hinzu: "Wir halten es nach wie vor für möglich, die Verhandlungen, die ja schon lange stattgefunden haben, auch zu einem positiven Abschluss zu bringen."

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht gewarnt, dass die Kontrolle iranischer Atomanlagen "ernsthaft beeinträchtigt" sei, seit Teheran sich aus dem Atomabkommen zurückgezogen habe. "Leider bestätigen sich unsere Befürchtungen, dass es den Anschein hat, dass der Iran (...) die Zeit, in der nicht verhandelt wird, nutzt, um weiter gegen Vereinbarungen aus dem Abkommen zu verstoßen", sagte Maas.

Das internationale Atomabkommen von 2015 soll den Iran am Bau von Atomwaffen hindern, im Gegenzug wurden Sanktionen gegen das Land aufgehoben. 2018 stiegen die USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump einseitig aus dem Abkommen aus und führten erneut Sanktionen ein. Im Gegenzug zog sich Teheran ebenfalls schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Selenskyj warnt vor Spaltung der Ukraine durch Wahlen im Krieg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Wahlen während des Krieges mit Russland als Gefahr für sein Land zurückgewiesen und einen entsprechenden Vorstoß seines früheren Verteidigungsministers Mychailo Fedorow scharf zurückgewiesen. Eine Abstimmung sei ein "Tsunami für das Land, der die Ukraine spalten wird", sagte Selenskyj in am Sonntag veröffentlichten Äußerungen vor Journalisten. Fedorows Team bestätigte unterdessen eine bevorstehende USA-Reise des Ex-Ministers.

Ukraine nimmt nach Wildberries auch russischen Onlinehändler Ozon ins Visier

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ihre Drohnenangriffe auf russische Logistikzentren ausgeweitet und nimmt nun auch den zweitgrößten russischen Onlinehändler Ozon ins Visier. Am Sonntag wurde nach Angaben des Unternehmens den zweiten Tag in Folge ein Ozon-Lager getroffen.

AfD-Chefin Weidel will aus Euro aussteigen und Deutschlands Grenzen "zumachen"

AfD-Chefin Alice Weidel will im Fall einer Mehrheit auf Bundesebene den Euro abschaffen und die Grenzen Deutschlands "zumachen". Der Euro sei eine "instabile Währung", eine "Weichwährung" sagte Weidel am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. Mit Verweis auf die innere Sicherheit sagte die Parteichefin, die AfD werde die Grenzen "zumachen" und aus Schengen aussteigen. Alle Syrer würden "zurückgeführt in ihre Heimat".

Drei Verletzte bei koordinierten Brandanschlägen im Süden Thailands

Bei dutzenden koordinierten Brandanschlägen sind im politisch unruhigen Süden Thailands mindestens drei Menschen verletzt und zahlreiche Regierungseinrichtungen in Brand gesteckt worden. Der Armeebehörde für innere Sicherheit (ISOC) zufolge wurden am Samstagabend 51 Attacken registriert, bei denen unter anderem ein Verwaltungsgebäude, ein Lebensmittelgeschäft und ein Fahrzeug der Behörden in Flammen aufgingen.

Textgröße ändern: