Deutsche Tageszeitung - Biden muss Kandidaten für Leitung von Schusswaffenbehörde ATF zurückziehen

Biden muss Kandidaten für Leitung von Schusswaffenbehörde ATF zurückziehen


Biden muss Kandidaten für Leitung von Schusswaffenbehörde ATF zurückziehen
Biden muss Kandidaten für Leitung von Schusswaffenbehörde ATF zurückziehen / Foto: ©

US-Präsident Joe Biden hat in seinen Bemühungen zur Eindämmung der Waffengewalt eine schwere Schlappe erlitten. Der Präsident musste angesichts des Widerstands der oppositionellen Republikaner die Nominierung des designierten Leiters der Schusswaffenbehörde ATF, David Chipman, zurückziehen. Chipman ist ein Verfechter einer strikten Waffenkontrolle.

Textgröße ändern:

"Leider haben Republikaner im Kongress deutlich gemacht, dass sie Schusswaffengewalt als politisches Diskussionsthema verwenden wollen, anstatt ernsthafte Schritte zu unternehmen, sie anzugehen", erklärte Biden. "Deswegen sind sie im Gleichschritt marschiert, um eine Bestätigung von David Chipman (im Senat) zu blockieren."

Biden hatte Chipman im April als neuen Chef der Bundesbehörde für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe (ATF) nominiert, die unter anderem für die Verfolgung von Verstößen gegen das Waffenrecht zuständig ist. Er musste noch vom Senat bestätigt werden, in dem Bidens Demokraten nur über eine hauchdünne Mehrheit verfügen.

Mehrere Republikaner hatten aber Widerstand gegen Chipman angekündigt, der einst als Ermittler für die ATF arbeitete und später Nichtregierungsorganisationen beriet, die sich für strengere Waffengesetze einsetzen. Medienberichten zufolge hatten aber auch mehrere demokratische Senatoren Vorbehalte. Es war deswegen höchst unklar, ob Chipman eine Mehrheit im Senat erhalten hätte.

Der republikanische Senator Tom Cotton begrüßte am Donnerstag den Rückzug der Nominierung. "David Chipman ist ein unberechenbarer Anti-Schusswaffen-Radikaler, der fast jedes Sportgewehr in Amerika verbieten wollte." Die mächtige Waffenlobby NRA erklärte, der Rückzug der Nominierung sei ein "großer Sieg für unsere Mitglieder und gesetzestreue Schusswaffenbesitzer".

Das Waffenrecht ist in den USA ein hochkontroverses Thema. Das zeigt sich auch darin, dass die ATF seit 2015 keinen vom Senat bestätigten Direktor mehr hat. In den USA sterben Jahr für Jahr rund 40.000 Menschen durch Schusswaffen, immer wieder wird das Land durch Schusswaffenmassaker erschüttert. Vorstöße für eine Verschärfung des Waffenrechts scheitern aber immer wieder am Widerstand von Republikanern und Waffenlobby.

Biden hat seit seinem Amtsantritt mehrere Dekrete zur Eindämmung der Schusswaffengewalt erlassen. Für weitergehende Maßnahmen bräuchte er aber den Kongress.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Gesundheitsminister will nicht bei Rentenansprüchen pflegender Angehöriger sparen

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) will geplante Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige stoppen. "Ich möchte bei pflegenden Angehörigen, bei der Rente, nicht sparen", sagte Linnemann der "Bild am Sonntag". "Ich halte dieses Signal für nicht richtig, übrigens auch für unsere Gesellschaft." Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) begrüßte die Ankündigung des Ministers.

Präsident Peseschkian: Iran "hat gerade mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen"

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat eingeräumt, dass der Iran gerade eine schwierige Zeit durchmacht. "Ich bin mir bewusst, dass unsere Gesellschaft derzeit mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen hat. Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um eine Verschlimmerung der Lage zu verhindern", sagte Peseschkian am Sonntag in einer im Staatsfernsehen übertragenen Rede.

Nach Vorwürfen des Drogenhandels: Mexikanischer Gouverneur lässt Amt erneut ruhen

Der von den USA des Drogenhandels bezichtigte Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Sinaloa, Rubén Rocha Moya, lässt sein Amt weiter ruhen. Er habe das Parlament des Bundesstaates gebeten, ihn erneut vorübergehend zu beurlauben, erklärte Rocha Moya am Samstag (Ortszeit) im Onlinedienst X. Rocha Moya ist seit 2021 Gouverneur des westlichen Bundesstaates Sinaloa. Er hatte sein Amt bereits im Mai ruhen lassen, nachdem ihn die US-Justiz wegen Drogenhandels angeklagt hatte.

Gewerkschaft droht mit Streik in Bahnverkehr - Gesetz zu Sicherheit muss kommen

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) dringt auf ein Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal - und droht ansonsten mit einem bundesweiten Streik im Regionalverkehr. Das versprochene Gesetz "muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm", erklärte EVG-Chef Martin Burkert am Sonntag. Das Gesetz befindet sich laut Justizministerium in der regierungsinternen Abstimmung.

Textgröße ändern: