Deutsche Tageszeitung - Australien schließt Bündnis mit USA und Großbritannien zur Sicherheit im Indopazifik

Australien schließt Bündnis mit USA und Großbritannien zur Sicherheit im Indopazifik


Australien schließt Bündnis mit USA und Großbritannien zur Sicherheit im Indopazifik
Australien schließt Bündnis mit USA und Großbritannien zur Sicherheit im Indopazifik / Foto: ©

Angesichts der zunehmenden Machtdemonstration Chinas wollen die USA und Großbritannien Australien bei der Stärkung der Sicherheit im indopazifischen Raum unterstützen. Washington und London unterstützen Canberra beim Bau von zunächst acht atombetriebenen U-Booten, wie der australische Premierminister Scott Morrison bei einer Videokonferenz mit US-Präsident Joe Biden und dem britischen Premier Boris Johnson am Mittwoch (Ortszeit) sagte. Die Ankündigung des neuen Bündnisses sorgte in Peking für großen Unmut - und auch Frankreich, dem ein milliardenschwerer U-Boot-Deal mit Canberra aufgekündigt wurde, fühlte sich vor den Kopf gestoßen.

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"Wir haben die Absicht, diese U-Boote in Adelaide in Australien in enger Kooperation mit den USA und Großbritannien zu bauen", kündigte Morrison an. Die U-Boote sollen zwar atomar betrieben sein, aber keine Atomwaffen transportieren, wie die Staats- und Regierungschefs der Aukus genannten neuen Dreierallianz betonten. Nach Angaben Morrisons soll in den kommenden 18 Monaten geprüft werden, wie das Vorhaben umgesetzt werden kann.

Die drei Staats- und Regierungschefs erwähnten China bei der Ankündigung ihres Deals nicht explizit. Sie verwiesen jedoch auf regionale Sicherheitsbedenken. "Bei dieser Initiative geht es darum, sicherzustellen, dass jeder von uns über moderne Ressourcen verfügt - die modernsten Ressourcen, die wir brauchen - um auf die sich schnell entwickelnden Bedrohungen zu reagieren und uns zu verteidigen", sagte Biden.

Australien, aber auch die USA blicken mit zunehmender Sorge auf das Auftreten des wirtschaftlich und militärisch aufstrebenden Chinas. Morrison sagte, das neue Dreierbündnis solle helfen, die "Herausforderungen" in der "zunehmend komplexen" indopazifischen Region anzugehen. Australien werde von den USA auch neue Marschflugkörper vom Typ Tomahawk erhalten.

Das Bündnis ermöglicht Canberra Zugang zu hochmoderner Rüstungstechnologie: Atombetriebene U-Boote "sind leiser, schneller und haben eine längere Laufzeit, sodass Australien seine künftigen U-Boote für deutlich längere Zeiträume im Indopazifik einsetzen kann", sagte der Experte Ashley Townshend vom Zentrum für US-Studien an der Universität Sydney der Nachrichtenagentur AFP.

China zeigte sich am Donnerstag sichtlich verärgert und bezeichnete die Allianz als "extrem unverantwortlich". Aukus untergrabe "den regionalen Frieden und die Stabilität ernsthaft und fördere das Wettrüsten", sagte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian. Morrison hatte sich zuvor um das Gespräch mit China bemüht und eine "offene Einladung" an Präsident Xi Jinping ausgesprochen.

Die neue Vereinbarung erfolgt allerdings zum Nachteil Frankreichs: Wenige Stunden nach der Bekanntgabe kündigte Canberra einen milliardenschweren U-Boot-Deal mit Paris auf. Sein Land werde die Vereinbarung mit dem französischen Unternehmen Naval Group über U-Boote im Wert von umgerechnet knapp 56 Milliarden Euro nicht weiter aufrechterhalten, erklärte Morrison.

Die Entscheidung sei "kein Sinneswandel, sondern ein Wandel der Erfordernisse". Ursprünglich hatte Australien mit der französischen Naval Group den Kauf von zwölf U-Booten vereinbart. Die französischen Modelle verfügen jedoch nur über konventionelle Antriebe. Das Rüstungsprojekt hatte mit jahrelangen Verzögerungen und Mehrkosten zu kämpfen.

Die Naval Group zeigte sich "enttäuscht" über die Ankündigung. Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian erklärte, Canberra sei Paris damit "in den Rücken gefallen". US-Präsident Biden habe eine "brutale" Entscheidung nach dem Motto seines Vorgängers Donald Trump getroffen. Biden versuchte zu beschwichtigen, indem er erklärte, die USA wollten im indopazifischen Raum "eng" mit Frankreich zusammenarbeiten. Frankreich sei dort ein "Schlüsselpartner".

(W.Novokshonov--DTZ)

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