Deutsche Tageszeitung - Demonstrant in Hongkong wegen Protest-Slogans der Prozess gemacht

Demonstrant in Hongkong wegen Protest-Slogans der Prozess gemacht


Demonstrant in Hongkong wegen Protest-Slogans der Prozess gemacht
Demonstrant in Hongkong wegen Protest-Slogans der Prozess gemacht / Foto: ©

In Hongkong ist erneut ein Demonstrant wegen angeblicher Verstöße gegen das umstrittene Sicherheitsgesetz vor Gericht gestellt worden. Der Mann plädierte am Dienstag auf nicht schuldig. Die Staatsanwaltschaft warf ihm hingegen vor, bei Protesten im Herbst vergangenen Jahres zur Abspaltung der ehemaligen britischen Kronkolonie von China aufgerufen zu haben. Es handelte sich um den zweiten Prozess im Zusammenhang mit angeblichen Verstößen gegen die nationale Sicherheit.

Textgröße ändern:

Der 31-jährige Ma Chun Man sitzt bereits seit zehn Monate in Untersuchungshaft. Der Staatsanwaltschaft zufolge rief er bei den Protesten Slogans wie "Befreit Hongkong, die Revolution unserer Zeit!" Diesen Spruch hatten Richter in einem ersten Verfahren wegen Verstößen gegen das sogenannte Sicherheitsgesetz im Juli als Aufruf zur Abspaltung deklariert. Anders als damals ging es in dem Verfahren nun jedoch nicht zusätzlich um den Vorwurf politischer Gewalttaten, sondern lediglich um die Meinungsäußerungen. Dem früheren Lebensmittellieferanten Ma drohen nun bis zu sieben Jahre Haft.

China hatte das sogenannte Sicherheitsgesetz nach Massenprotesten der Demokratiebewegung gegen die Hongkonger Regierung erlassen. Mehr als 70 Menschen, darunter viele der prominentesten Demokratieaktivisten der Stadt, wurden seither wegen angeblicher Verstöße gegen die nationale Sicherheit angeklagt - fast alle wegen politischer Ansichten, die nun als illegal gelten.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Klingbeil kündigt bessere steuerliche Bedingungen für Startups an

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat bessere steuerliche Bedingungen für Startups angekündigt. Die Bundesregierung werde so dafür sorgen, "dass deutlich mehr privates Kapital in junge, innovative Unternehmen fließt", sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Montagsausgaben). Sein Ziel sei, "dass die Weltmarktführer von morgen in Deutschland gegründet werden und hier groß werden können".

Zwei Verfahren: Russische Justiz befasst sich erneut mit Anti-Kriegs-Partei Jabloko

Die russische Justiz befasst sich am Montag (09.00 Uhr MESZ) erneut mit der von der bevorstehenden Parlamentswahl ausgeschlossenen Anti-Kriegs-Partei Jabloko. In Moskau findet vor dem Obersten Gerichtshof des Landes eine Anhörung zur Berufung von Jabloko-Chef Nikolaj Rybakow gegen den Ausschluss von dem für September geplanten Urnengang statt. Zeitgleich beginnt im nordwestrussischen Pskow die Urteilsverkündung gegen Jabloko-Vizechef Lew Schlosberg wegen "Diskreditierung der Armee".

Kallas: EU will Russland-Sanktionen deutlich ausweiten

Die EU will die Sanktionen gegen Russland nach den Worten der Außenbeauftragten Kaja Kallas in den kommenden Monaten deutlich ausweiten. "Im Herbst werde ich die weitreichendste Sanktionsliste seit Beginn des Krieges vorlegen. Sollte sie beschlossen werden, wird sich die Zahl der sanktionierten russischen Personen, Unternehmen und Organisationen sofort um ein Drittel erhöhen", sagte Kallas der Zeitung "Welt" vom Montag. "Der Druck muss verstärkt werden, bis Russland den Krieg beendet."

Trump will Militärübungen mit Südkorea "wesentlich" verringern

US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, die Militärübungen seines Landes mit dem traditionellen Verbündeten Südkorea "wesentlich" zu verringern. Die gemeinsamen Manöver seien "nicht nur kostenintensiv, wobei viele dieser Kosten von den USA bezahlt werden (wie üblich!)", erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Darüber hinaus seien diese Militärübungen auch ein Signal, das "total unangemessen und feindlich" gegenüber Nordkorea sei.

Textgröße ändern: