Deutsche Tageszeitung - Diskussion um Maskenpflicht an Schulen dauert an

Diskussion um Maskenpflicht an Schulen dauert an


Diskussion um Maskenpflicht an Schulen dauert an
Diskussion um Maskenpflicht an Schulen dauert an / Foto: ©

Die Diskussion über die Maskenpflicht an Schulen dauert an. Während Ärzteverbände für eine Aufhebung der Regelung plädierten, kritisierte die Virologin Melanie Brinkmann eine Abschaffung der Maskenpflicht als verfrüht.

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"Wenn man etwas abschaffen möchte, dessen Nutzen wissenschaftlich erwiesen ist und das fast nichts kostet, kann man das machen. Die Frage ist nur, ob es klug ist", sagte Brinkmann der Samstagausgabe der "Rheinischen Post" (Samstag). "Bei der hohen Anzahl an Nicht-Geimpften, und hierzu zählen die Kinder, halte ich diese Entscheidung für verfrüht - und ehrlich gesagt auch für ziemlich dumm", kritisierte die Virologin vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung.

Ärztepräsident Klaus Reinhardt forderte dagegen ein bundesweites Ende der Maskenpflicht im Unterricht. Es sei "völlig unangemessen, dass Kinder und Jugendliche stundenlang im Unterricht eine Maske tragen müssen, während die Erwachsenen abends maskenlos ins Lokal gehen können", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, sprach sich für ein Ende der generellen Maskenpflicht an Schulen aus. Er sehe etwa keinen Grund, warum Grundschüler im Unterricht grundsätzlich weiterhin Maske tragen sollten, zumal sie erheblich weniger zum Infektionsgeschehen beitrügen als Jugendliche und Erwachsene. Die Entscheidung müsse sich jeweils an den Inzidenzwerten und am Lebensalter der Kinder ausrichten.

Fischbach kritisierte, es könne nicht sein, dass den Jüngsten das Maskentragen "weiterhin von der Gesellschaft zugemutet wird, um auf diejenigen Rücksicht zu nehmen, die sich einer Impfung verweigern". In den meisten Fällen, in denen Kinder und Jugendliche wegen eines Corona-Falls in Quarantäne müssten, sei ein ungeimpfter Erwachsener der Auslöser - sei es in einer Bildungseinrichtung oder im familiären Umfeld. "Der Impfdruck auf diese Personen müsste deutlich steigen, nicht der gesellschaftliche Druck auf Kinder", sagte Fischbach.

Mehrere Bundesländer haben bereits ein Ende der Maskenpflicht an Schulen mindestens für bestimmte Altersgruppen beschlossen, in anderen wird ein Auslaufen der Regelung erwogen.

(W.Novokshonov--DTZ)

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