Deutsche Tageszeitung - Ex-Außenminister Kishida zum Regierungschef in Japan gewählt

Ex-Außenminister Kishida zum Regierungschef in Japan gewählt


Ex-Außenminister Kishida zum Regierungschef in Japan gewählt
Ex-Außenminister Kishida zum Regierungschef in Japan gewählt / Foto: ©

Das japanische Parlament hat den früheren Außenminister Fumio Kishida zum Regierungschef gewählt. Die Abgeordneten im von Kishidas Partei LDP dominierten Unterhaus stimmten am Montag für die Amtseinführung des neuen LDP-Vorsitzenden. Die Liberaldemokraten hatten den 64-Jährigen vergangene Woche zum Nachfolger von Yoshihide Suga auserkoren. Nach der Wahl stellte Kishida sein Kabinett vor, in dem prominente Mitglieder der alten Regierung ihre Posten behalten durften.

Textgröße ändern:

So bleibt Toshimitsu Motegi Außenminister und Nobuo Kishi Verteidigungsminister. Motegi ist ein erfahrener Politiker, der schon einige wichtige Handelsabkommen für Japan ausgehandelt hat. Kishi ist ein Bruder des ehemaligen Regierungschefs Shinzo Abe.

Shunichi Suzuki, Sohn eines früheren Regierungschefs, wird neuer Finanzminister und ersetzt damit seinen Schwager Taro Aso. Dem Kabinett werden drei Frauen angehören. Darunter ist Seiko Noda, die ebenfalls Parteichefin werden wollte. Sie soll sich nun um Japans Geburtenmangel kümmern. Die Portfolios für Impfen und Digitales gehen ebenfalls an Frauen, insgesamt gibt es zwölf neue Gesichter im Kabinett.

Kishidas größter Rivale im Rennen um den Parteivorsitz, Taro Kono, wurde zum Kommunikationschef der Regierungspartei herabgestuft. Er war zuvor für die Impfkampagne gegen das Coronavirus zuständig.

Vor seiner Wahl hatte Kishida gesagt: "Ich denke, es wird ein Neuanfang im wahrsten Sinne des Wortes sein". Er fügte hinzu: "Ich möchte die Herausforderungen mit einem starken Willen und einer festen Entschlossenheit für die Zukunft angehen."

In der Öffentlichkeit steht der frühere Außenminister Kishida allerdings für Kontinuität und eine Fortsetzung der Politik seiner Vorgänger Suga und Shinzo Abe. Der bisherige LDP- und Regierungschef Suga hatte Anfang September nach nur einem Jahr im Amt des Ministerpräsidenten seinen Rückzug bekanntgegeben.

Kishida führt die LDP nun in den Wahlkampf zur Parlamentswahl, die noch in diesem Jahr, nach Medienberichten schon am 31. Oktober abgehalten werden soll. Die Regierungspartei gilt weiterhin als Favorit, könnte wegen Unzufriedenheit mit der Corona-Politik aber einige Sitze einbüßen.

Der neue japanische Ministerpräsident steht vor großen Herausforderungen. Die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt will nach der Corona-Pandemie zu alter Kraft zurückfinden. Außerdem haben sich die militärischen Bedrohungen in der Region durch Nordkorea und China verstärkt.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Durchhalteparolen für IS-Mitglieder: Haftstrafe für deutsche Sympathisantin

Eine deutsche IS-Sympathisantin ist in Düsseldorf zu einer Haftstrafe verurteilt worden. Das Oberlandesgericht sah es in seinem Urteil vom Freitag als erwiesen an, dass Nadine D. eine Initiative zur Gefangenenhilfe für Mitglieder und Unterstützer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) betrieb. Es verhängte eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.

Je drei Tote in Russland und der Ukraine - massive Drohnenangriffe auf Moskau

In Russland und der Ukraine sind bei gegenseitigen Angriffen in der Nacht je drei Menschen getötet worden. Insgesamt wurden dutzende Menschen verletzt, wie am Sonntag aus Angaben der Behörden mehrerer ukrainischer Städte sowie des Gouverneurs der Region Moskau hervorging. Die ukrainische Armee griff Russlands Hauptstadt mit hunderten Drohnen an, mehr als 600 wurden nach Angaben der russischen Luftabwehr abgefangen.

Neue Kanzleramtsministerin Warken will Geheimdienst-Reform schnell voranbringen

Die neue Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) will die geplante und vom Kabinett beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND) schnell voranbringen. "Bis Ende des Jahres soll das Gesetzgebungsverfahren abgeschlossen sein", sagte die CDU-Politikerin der "Bild am Sonntag". "Die Dienste werden anschließend zur Sicherheit von uns allen schnell von ihren neuen Befugnissen Gebrauch machen."

Einschüchterungen und Auszählungspause: Wahlbeobachter in Sambia beklagen Unregelmäßigkeiten

Internationale Wahlbeobachter haben Unregelmäßigkeiten bei der Präsidentschaftswahl in Sambia beklagt. Die stundenlange Unterbrechung der Stimmauszählung habe "Unsicherheit und Besorgnis" ausgelöst, erklärte die Beobachtermission der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) am Samstag. Zudem lägen Berichte "über Einschüchterungen, Übergriffe, Entführungen und Sachbeschädigungen in fünf Provinzen" vor. Zeugenaussagen zufolge habe es Todesopfer gegeben. Die Mission habe die Berichte allerdings nicht verifiziert können. Die Polizei teilte mit, sie habe nach der Tötung eines Wahlhelfers neun Verdächtige festgenommen.

Textgröße ändern: