Deutsche Tageszeitung - Budapests Bürgermeister zieht sich aus Vorwahl für Orban-Gegner zurück

Budapests Bürgermeister zieht sich aus Vorwahl für Orban-Gegner zurück


Budapests Bürgermeister zieht sich aus Vorwahl für Orban-Gegner zurück
Budapests Bürgermeister zieht sich aus Vorwahl für Orban-Gegner zurück / Foto: ©

Budapests Bürgermeister Gergely Karacsony hat sich am Freitag aus dem Rennen um die Spitzenkandidatur der Opposition für die ungarische Parlamentswahl zurückgezogen. Der 46-Jährige erklärte, er unterstütze nun den konservativen Peter Marki-Zay, der in der ersten Runde der oppositionellen Vorwahlen Dritter geworden war. Karacsony galt weithin als Favorit, um im kommenden Frühjahr gegen den rechtspopulistischen Ministerpräsidenten Viktor Orban anzutreten, belegte aber in einem Feld von drei Kandidaten bei den Vorwahlen nur den zweiten Platz.

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Im ersten Wahlgang lag die sozialistische EU-Abgeordnete Klara Dobrev, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, mit 35 Prozent vor Karacsony mit 27 Prozent und Marki-Zay mit 20 Prozent. Die Stichwahl der Opposition beginnt am Sonntag und endet am 16. Oktober.

Der 49-jährige Marki-Zay, Bürgermeister der Provinzstadt Hodmezovasarhely und ein ehemaliger Anhänger der regierenden Fidesz-Partei, sagt von sich selbst, er sei der einzige Kandidat, der sowohl linke Wähler als auch Konservative ansprechen kann, die von Orban genug haben. Der praktizierende Katholik und Vater von sieben Kindern machte 2018 auf sich aufmerksam, als er die Nachwahlen um das Bürgermeisteramt in Hodmezovasarhely, einer 44.000 Einwohner zählenden Stadt in Südungarn, gewann. Die Stadt galt jahrzehntelang als Fidesz-Hochburg.

Experten schätzen, dass die Parlamentswahl im kommenden April die spannendste seit 2006 sein wird. Orban ist seit 2010 an der Macht. Die Opposition wirft dem rechtspopulistischen Ministerpräsidenten einen autokratischen Führungsstil und Korruption vor. Seine Regierung steht auch in der EU seit Jahren wegen rechtsstaatlicher Verfehlungen am Pranger.

Jahrelang hatte es die zerstrittene Opposition Orban jedoch allzu einfach gemacht. Doch bei den Kommunalwahlen 2019 schmiedeten die Oppositionsparteien erstmals auf lokaler Ebene Bündnisse. In der Folge verlor Fidesz mehrere große Städte, darunter die Hauptstadt Budapest, wo Karacsony Bürgermeister wurde.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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