Deutsche Tageszeitung - Indiens Premier Modi trifft erstmals Papst Franziskus

Indiens Premier Modi trifft erstmals Papst Franziskus


Indiens Premier Modi trifft erstmals Papst Franziskus
Indiens Premier Modi trifft erstmals Papst Franziskus / Foto: ©

Indiens Premierminister Narendra Modi wird erstmals Papst Franziskus treffen. Wie das indische Außenministerium und der Vatikan am Donnerstag mitteilten, kommen Modi und das Katholiken-Oberhaupt am Rande des G20-Gipfels am Samstag zu Gesprächen zusammen. Es könnte ein heikles Treffen werden: Modis hindunationalistischer Partei BJP wird eine diskriminierende Politik gegenüber religiösen Minderheiten vorgeworfen.

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Aktivisten zufolge kommt es seit dem Antritt von Modis hindunationalistischer Regierung im Jahr 2014 immer häufiger zu Gewalt gegen Angehörige religiöser Minderheiten in Indien. Besonders schwer von Diskriminierung und physischer Gewalt betroffen sind demnach die Muslime im Land, deren Anteil an der Gesamtbevölkerung bei 14 Prozent liegt.

Auch christliche Gemeinschaften meldeten in den vergangenen Jahren häufiger gewaltsame Attacken. Laut einem in diesem Monat vorgelegten Bericht mehrerer NGOs wurden in diesem Jahr mehr als 300 gewaltsame Vorfälle gegen Christen gemeldet.

In einem der Fälle attackierten rund 200 Mitglieder der BJP und anderer hinduistischer Gruppen ein Gebetshaus im nordindischen Bundesstaat Uttarakhand. Der örtliche BJP-Chef bezeichnete die in dem Gebetshaus stattfindenden Versammlungen damals als "verdächtig".

Christen in Indien wird oftmals vorgeworfen, Hindus zur Konversion zwingen zu wollen. Mindestens drei von der BJP regierte Bundesstaaten haben Gesetze gegen "erzwungene Konversionen" erlassen. Dutzende Menschen wurden auf der Grundlage dieser Gesetze festgenommen. Im Bundesstaat Karnataka, wo ein ähnliches Gesetz geplant ist, gab es zuletzt Proteste von Priestern.

Das indische Außenministerium machte keine näheren Angaben zu dem Treffen Modis mit dem Papst. Es bezeichnete die Begegnung lediglich als "sehr wichtig". Modi reist nach seiner Teilnahme am G20-Gipfel weiter zur UN-Klimakonferenz COP26 ins schottische Glasgow.

(I.Beryonev--DTZ)

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