Deutsche Tageszeitung - Dänische Regierungschefin wegen gelöschter SMS zu Nerz-Keulungen unter Druck

Dänische Regierungschefin wegen gelöschter SMS zu Nerz-Keulungen unter Druck


Dänische Regierungschefin wegen gelöschter SMS zu Nerz-Keulungen unter Druck
Dänische Regierungschefin wegen gelöschter SMS zu Nerz-Keulungen unter Druck / Foto: ©

Die umstrittene Massentötung von Zuchtnerzen vor rund einem Jahr bringt Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen erneuten Ärger: Eine zur Untersuchung der Vorgänge eingesetzte Kommission versuchte vergeblich, von Frederiksen Textnachrichten im Zusammenhang mit der illegalen Keulung zu erhalten. Auf Rat ihres Büros seien jedoch alle SMS nach 30 Tagen automatisch gelöscht worden, sagte Frederiksen am Donnerstag dem Sender TV2.

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Der Vorgang warf Fragen auf. Frederiksens Vorgänger Lars Lokke Rasmussen versicherte, sein Telefon sei nie auf das automatische Löschen von SMS eingestellt gewesen. Ähnlich äußerte sich am Donnerstag auch das Justizministerium im Namen von Amtschef Nick Haekkerup. Die Opposition forderte den Justizminister am Donnerstag auf, eine polizeiliche Untersuchung zu veranlassen und die gelöschten Nachrichten wiederherstellen zu lassen.

Die dänische Regierung hatte im vergangenen November die Tötung aller 15 bis 17 Millionen Zuchtnerze angekündigt. Damit sollte die Verbreitung einer mutierten und auf den Menschen übertragbaren Form von Sars-CoV-2 verhindert werden, von der befürchtet wurde, dass sie die Wirksamkeit künftiger Impfstoffe beeinträchtigen könnte.

Wie sich später herausstellte, fehlte für die Maßnahme die rechtliche Grundlage. Diese wurde erst im Nachhinein geschaffen. Die Nerz-Kommission soll nun detailliert den Umgang der Regierung mit dem Problem untersuchen. Frederiksen soll dazu am 9. Dezember aussagen.

(V.Sørensen--DTZ)

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