Deutsche Tageszeitung - Scholz dankt Walter-Borjans für Verdienste bei SPD-Erfolg

Scholz dankt Walter-Borjans für Verdienste bei SPD-Erfolg


Scholz dankt Walter-Borjans für Verdienste bei SPD-Erfolg
Scholz dankt Walter-Borjans für Verdienste bei SPD-Erfolg / Foto: ©

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat Parteichef Norbert Walter-Borjans nach dessen Rückzugsankündigung für "die vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Unterstützung in den letzten beiden Jahren" gedankt. "Gemeinsam mit Saskia Esken, Lars Klingbeil und Rolf Mützenich haben wir die SPD zu neuen Erfolgen geführt - das ist auch dein Verdienst", schrieb Scholz am Freitag weiter im Internetdienst Twitter. Walter-Borjans hatte zuvor angekündigt, er werde auf dem Parteitag im Dezember nicht erneut antreten.

Textgröße ändern:

"Lieber Norbert, ich bin Dir unendlich dankbar für die gemeinsame Zeit", schrieb Ko-Parteichefin Esken ebenfalls bei Twitter. Sie äußerte sich allerdings in ihrem Beitrag nicht dazu, ob sie selbst sich um eine weitere Amtszeit als SPD-Vorsitzende bewerben möchte.

"Die SPD ist wieder da und sie ist stark", schrieb Esken lediglich mit Blick auf den Erfolg der Sozialdemokraten bei der Bundestagswahl. "Gemeinsam werden wir diesen Weg in den Koalitionsverhandlungen zu einem guten Erfolg führen", kündigte sie weiter an.

SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich erklärte in Berlin, er nehme die Ankündigung Walter-Borjans "mit Bedauern, aber gleichzeitig mit Verständnis zur Kenntnis". Er habe "Ende 2019 in einer äußerst schwierigen Zeit zusammen mit Saskia Esken den Parteivorsitz übernommen". Kaum jemand habe damals erwartet, dass die SPD zwei Jahre später die Möglichkeit bekommen würde, eine neue Regierung von der Spitze aus zu führen.

"Dieser Erfolg hat auch viel mit seinem Wirken zu tun", lobte auch Mützenich die Verdienste Walter-Borjans. Er hob dabei hervor, dass es den Parteivorsitzenden gelungen sei, "dass die SPD ihre Eigenständigkeit gewahrt hat, während sie Teil der großen Koalition war". Weiter stellte Mützenich klar, Walter-Borjans werde bei den Koalitionsverhandlungen mit Grünen und FDP weiterhin "selbstverständlich entscheidend mitwirken".

Walter-Borjans hatte seinen Rückzug zuvor in der "Rheinischen Post" angekündigt. Er sei mit seiner Mission "so weit gekommen, dass ich sagen kann: Jetzt sollen mal Jüngere ran", sagte er der Zeitung. Die SPD-Spitze wird auf einem Bundesparteitag am 10. bis 12. Dezember in Berlin neu gewählt.

Walter-Borjans äußerte sich zu möglichen Nachfolgern oder Nachfolgerinnen nicht. Er machte aber deutlich, dass diese aus seiner Sicht nicht der Bundesregierung angehören sollte. "Ein Regierungsmitglied als Parteichefin oder Parteichef ist notwendigerweise immer ein Stück Regierungssprecher." Die bisherige Arbeitsteilung – Parteivorsitz auf der einen und Regierungsamt auf der anderen Seite – habe sich bewährt, sagte der scheidende SPD-Vorsitzende.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Trump lehnt iranischen Plan für Hormus-Wiedereröffnung ab

US-Präsident Donald Trump hat einen iranischen Vorschlag zur Wiederöffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen abgelehnt. "Ich weise ihren Vorschlag zurück", sagte er am Samstag vor Journalisten mit Blick auf die iranische Führung. Diese wolle ein Abkommen schließen, "weil sie so schlecht dasteht", fügte der US-Präsident hinzu. Der iranische Präsident Massud Peseschkian erklärte derweil, auch der Oberste Führer Modschtaba Chamenei unterstütze den jüngsten Vorschlag.

Bundesaußenminister Wadephul trifft russischen Kollegen Lawrow bei der UNO

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat am Samstag seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow bei der UNO in New York getroffen. Es war das erste Treffen zwischen Chefdiplomaten aus Deutschland und Russland seit Beginn des russischen Krieges in der Ukraine im Jahr 2022. Wadephul und Lawrow halten später beide Reden vor der UN-Vollversammlung.

Mindestens 16 Tote in Russland und der Ukraine bei gegenseitigen Angriffen

Bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen getötet worden. Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom Samstag wurden zwei Menschen in Saporischschja im Süden des Landes getötet, vier weitere Todesopfer meldeten die Behörden in Sumy und in Dnipropetrowsk. Die russischen Behörden meldeten zehn Todesopfer bei ukrainischen Angriffen.

Leo XIV. feiert in Paris Messe mit 700.000 Menschen

Es war wohl die größte Messe, die je in Paris stattgefunden hat: Rund 700.000 Menschen haben am Samstag in der französischen Hauptstadt an einem Gottesdienst mit Papst Leo XIV. teilgenommen. In seiner Predigt rief das Oberhaupt der katholischen Kirche dazu auf, über den Sinn des Lebens nachzudenken: "Was suchen wir wirklich im Leben?", fragte er. "Begnügen wir uns mit materiellen Gütern, der sofortigen Erfüllung unserer Wünsche, den kleinen Idolen, die uns alles Mögliche versprechen, aber unser Herz leer lassen?"

Textgröße ändern: