Deutsche Tageszeitung - Demokratischer Gouverneur von New Jersey mit hauchdünnem Vorsprung wiedergewählt

Demokratischer Gouverneur von New Jersey mit hauchdünnem Vorsprung wiedergewählt


Demokratischer Gouverneur von New Jersey mit hauchdünnem Vorsprung wiedergewählt
Demokratischer Gouverneur von New Jersey mit hauchdünnem Vorsprung wiedergewählt / Foto: ©

Nach ihrer schmerzlichen Niederlage bei der Gouverneurswahl in Virginia haben die US-Demokraten den Bundesstaat New Jersey knapp verteidigen können. US-Medien riefen den demokratischen Amtsinhaber Phil Murphy am Mittwochabend (Ortszeit) zum Sieger des äußerst knappen Rennens aus. Er kam am Donnerstag nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen auf 50,3 Prozent. Er lag damit rund 35.000 Stimmen vor seinem republikanischen Herausforderer Jack Ciattarelli.

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Mit dem knappen Sieg ersparte Murphy den Demokraten von Präsident Joe Biden nach der Wahlschlappe in Virginia am Dienstag eine weitere Niederlage. Murphy war in Umfragen als klarer Favorit gehandelt worden. Das knappe Ergebnis sei daher eine Überraschung, sagte der Professor für Politikwissenschaft an der Rutgers Universität in New Jersey, Saladin Ambar. In den Umfragen habe Murphy einen Vorsprung von acht bis zwölf Punkten auf Ciattarelli gehabt.

Bei der Wahl im Jahr 2017 hatte Murphy 56 Prozent der Stimmen geholt. Er ist der erste demokratische Gouverneur seit 1977, der im Amt bestätigt wurde.

Ambar machte für das knappe Ergebnis unter anderem die Enttäuschung vieler Wähler über den vor einem Jahr zum Präsidenten gewählten Biden verantwortlich. Die Reformagenda des 78-Jährigen steckt seit Monaten fest - nicht nur wegen des Widerstands der oppositionellen Republikaner, sondern auch wegen parteiinterner Auseinandersetzungen.

Der linke und der rechte Demokratenflügel streiten erbittert über zwei billionenschwere Investitionspakete: Ein Infrastrukturpaket im Umfang von 1,2 Billionen Dollar (rund eine Billion Euro) und ein Sozial- und Klimaschutzpaket mit einem Volumen von zuletzt 1,75 Billionen Dollar, das unter dem Namen Build Back Better (etwa: Besser neu aufbauen) bekannt ist.

Biden hatte am Mittwoch ein Ende der Blockade im Kongress gefordert. "Die Menschen wollen, dass wir Dinge bewegen", sagte Biden im Weißen Haus. "Deswegen dränge ich die Demokratische Partei weiter sehr hart, voranzuschreiten und mein Infrastrukturgesetz und mein Build-Back-Better-Gesetz zu verabschieden."

Bei der Gouverneurswahl in Virginia hatten die Demokraten am Dienstag eine schwere Niederlage hinnehmen müssen: Ihr lange favorisierter Kandidat Terry McAuliffe unterlag in dem seit Jahren demokratisch regierten Bundesstaat knapp dem Republikaner Glenn Youngkin.

Erfolge konnten die Demokraten hingegen bei den Bürgermeisterwahlen in New York und Boston erzielen. Der Ex-Polizist Eric Adams setzte sich mit deutlichem Vorsprung in der Demokraten-Hochburg New York City durch und wird damit der zweite afroamerikanische Bürgermeister in der Geschichte der Stadt. In Boston feierte die Demokratin Michelle Wu einen historischen Wahlsieg. Die 36-jährige Tochter von taiwanischen Einwanderern übernimmt als erste Frau das Bürgermeisteramt in der Stadt.

(V.Korablyov--DTZ)

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