Deutsche Tageszeitung - USA umwerben afrikanische Länder angesichts wachsenden Einflusses Chinas

USA umwerben afrikanische Länder angesichts wachsenden Einflusses Chinas


USA umwerben afrikanische Länder angesichts wachsenden Einflusses Chinas
USA umwerben afrikanische Länder angesichts wachsenden Einflusses Chinas / Foto: ©

Angesichts des wachsenden Einflusses Chinas in Afrika hat US-Außenminister Antony Blinken die Länder des Kontinents umworben. In einer Rede am Sitz der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten (Ecowas) in der nigerianischen Hauptstadt Abuja sagte Blinken am Freitag, die US-Regierung wolle Afrika nicht mehr als "Thema", sondern als "geopolitischen Akteur behandeln". Er kündigte zudem ein Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Joe Biden und afrikanischen Staatenlenkern an.

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Einen Termin für den Gipfel nannte Blinken in der Rede nicht. Die Ankündigung erfolgte wenige Tage, bevor China Ende des Monats einen Regierungsgipfel mit afrikanischen Staaten im Senegal abhalten will.

China selbst erwähnte Blinken in seiner Rede nicht namentlich - er sprach aber die typische Kritik am chinesischen Engagement in Afrika an. Demnach könnten Infrastrukturabkommen mit anderen Partnern "undurchsichtig und zwanghaft" sein und die Länder mit "unüberschaubaren Schulden belasten". Die USA "werden die Dinge anders angehen", versprach er.

Die Zusammenarbeit mit den USA werde "nachhaltig, transparent und werteorientiert sein", sagte Blinken. Mögliche Bereiche seien etwa die Bekämpfung der Corona-Pandemie oder der Kampf gegen den Klimawandel. Dabei würden die USA die afrikanischen Länder nicht "zwingen", sich zwischen den USA und anderen Partnern zu entscheiden.

Der Umgang mit dem wachsenden Einfluss Chinas ist nicht nur ein US-Problem. Zahlreiche traditionelle westliche Geberstaaten wie beispielsweise Deutschland stehen vor dem Problem, dass afrikanische Regierungen ihnen mit Argwohn begegnen, denn häufig sind Entwicklungsprojekte an soziale, wirtschaftliche und institutionelle Reformen geknüpft. China baut oftmals Infrastruktur im Gegenzug für den Zugang zu Bodenschätzen - ohne demokratische Reformen zu fordern.

Bei einer Pressekonferenz mit Blinken am Donnerstag hatte der nigerianische Außenminister Geoffrey Onyeama die Zusammenarbeit mit China verteidigt. "Wir hätten uns auch mit jedem anderen Land zusammengetan, das uns etwas zu einem wettbewerbsfähigen Preis angeboten hätte", sagte er. Er freute sich aber über das wiedererwachte Interesse der USA: "Manchmal ist es gut für dich, wenn du die attraktive Braut bist und jeder dir wunderbare Dinge anbietet".

(V.Sørensen--DTZ)

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