Deutsche Tageszeitung - Zeuge schildert Netanjahu vor Gericht als besessen von seinem Medienimage

Zeuge schildert Netanjahu vor Gericht als besessen von seinem Medienimage


Zeuge schildert Netanjahu vor Gericht als besessen von seinem Medienimage
Zeuge schildert Netanjahu vor Gericht als besessen von seinem Medienimage / Foto: ©

Im Korruptionsprozess gegen Benjamin Netanjahu hat ein Zeuge den israelischen Ex-Ministerpräsidenten als besessen von seinem Bild in den Medien beschrieben. Netanjahu habe eine "totale und vollständige" Kontrolle über sein Medienimage angestrebt, sagte sein ehemaliger Sprecher Nir Hefetz am Montag vor Gericht. Dem langjährigen Regierungschef wird unter anderem vorgeworfen, Medienmogulen im Gegenzug für eine positive Berichterstattung Vorteile verschafft zu haben.

Textgröße ändern:

Der Ex-Regierungschef sei in dieser Hinsicht "viel mehr" als ein "Kontrollfreak", sagte Hefetz. "Er verlangt über alles, was mit den Medien zu tun hat, Bescheid zu wissen, bis ins kleinste Detail." Netanjahu verbringe "mindestens so viel Zeit mit den Medien wie mit Sicherheitsfragen, auch mit Dingen, die ein Außenstehender für Unsinn halten würde", erklärte Hefetz. Der Ex-Sprecher gilt in dem Prozess gegen Netanjahu als wichtiger Zeuge der Anklage.

Netanjahu, der zwölf Jahre israelischer Regierungschef war und nun Oppositionsführer ist, wird der Korruption, des Betrugs und der Untreue beschuldigt. In der Gerichtssitzung am Montag ging es um sein Verhältnis zu Shaul Elovitch, dem früheren Chef des größten israelischen Telekommunikationsunternehmens Bezeq. Mit ihm soll Netanjahu eine vorteilhafte Berichterstattung durch Medien-Tochtergesellschaften im Gegenzug für politische Entscheidungen zugunsten des Unternehmens ausgehandelt haben.

(U.Stolizkaya--DTZ)

Empfohlen

Guterres-Nachfolge bei der UNO: Costaricanerin nach erster Abstimmung vorn

An der Spitze der UNO könnte ab Januar womöglich erstmals eine Frau aus Lateinamerika stehen. Nach einer ersten Abstimmung über die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres in New York lag Diplomaten zufolge am Donnerstag die Costa Ricanerin Rebeca Grynspan vorne. Auf Platz zwei kam eine Kandidatin aus dem Karibikstaat Guayana.

Nach Angriff auf Hafen von Damietta: Ägyptens Präsident warnt vor Eskalation

Nach dem Einschlag einer Drohne im ägyptischen Mittelmeerhafen Damietta hat Präsident Abdel Fattah al-Sisi vor einer Eskalation des Konflikts in der Region gewarnt. In einem Telefonat mit dem spanischen Regierungschef Pedro Sánchez habe al-Sisi die Notwendigkeit einer internationalen Zusammenarbeit betont, um "diese Eskalation zu stoppen", sagte sein Sprecher am Donnerstag.

Mehr als 1500 Migranten erreichen spanische Exklave Ceuta - Madrid entsendet Soldaten

"Humanitärer und sozialer Notstand" in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika: Nach der Ankunft von mehr als 1500 Migranten binnen weniger Tage sind die Aufnahmeeinrichtungen in dem an Marokko grenzenden Gebiet überfüllt, wie Regionalpräsident Juan Jesús Vivas erklärte. Hunderte weitere Menschen gelangten am Donnerstag nach Ceuta, mindestens neun Menschen ertranken bei dem Versuch, bis zu der spanischen Exklave zu schwimmen. Die Regierung in Madrid kündigte die Entsendung von Soldaten an.

Zwei Republikaner blockieren Nominierung von Trumps Justizminister Blanche

US-Präsident Donald Trump ist erneut mit Widerstand im eigenen Lager konfrontiert: Zwei scheidende Senatoren der Republikaner blockieren die Bestätigung von Trumps früherem Anwalt Todd Blanche als Justizminister. Trump erklärte deshalb am Donnerstag, er könne Blanches Nominierung "zeitweise zurückziehen", bis die beiden Parteirebellen aus dem Kongress ausgeschieden seien.

Textgröße ändern: