Deutsche Tageszeitung - Zehntausende Österreicher demonstrieren gegen Impfpflicht

Zehntausende Österreicher demonstrieren gegen Impfpflicht


Zehntausende Österreicher demonstrieren gegen Impfpflicht
Zehntausende Österreicher demonstrieren gegen Impfpflicht / Foto: ©

Gegen die Einführung der allgemeinen Corona-Impfpflicht in Österreich sind am Wochenende zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Allein an einer Demonstration in Graz am späten Samstagabend beteiligten sich 25.000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Sie nahm Ermittlungen gegen drei Demonstranten auf, die den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Kanzler Alexander Schallenberg verteidigte die Maßnahmen seiner Regierung unterdessen als angemessen.

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Insgesamt sei die Demonstration in Graz friedlich verlaufen, erklärte die Polizei. Allerdings habe es neben den mutmaßlichen Hitlergruß-Vorfällen auch dutzende Verstöße gegen die Maskenpflicht gegeben.

Im Zusammenhang mit einer Demonstration in Sankt Pölten mit 3500 Teilnehmern wurden nach Polizeiangaben elf Menschen festgenommen, die meisten von ihnen wegen "aggressiven Verhaltens". Ein Polizist wurde demnach verletzt.

An einer weiteren Demonstration in Klagenfurt nahmen 5000 Menschen teil. Dort trat ein Vertreter der rechtspopulistischen FPÖ auf, die auch die Demonstration in Sankt Pölten organisiert hatte. FPÖ-Chef Herbert Kickl gehört zu den prominentesten Kritikern der Corona-Beschränkungen in Österreich und hat sich wiederholt für fragwürdige Behandlungsmethoden gegen Covid-19 ausgesprochen.

Österreichs Kanzler Schallenberg bedauerte in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der italienischen Zeitung "Corriere della Sera", dass seine Regierung zur Einführung einer Impfpflicht gezwungen gewesen sei. Bei der aktuellen Impfrate von nur 67 Prozent sei es unmöglich, den "Teufelskreis" aus Corona-Wellen und Debatten über Lockdowns zu beenden, sagte der konservative Regierungschef. Im Vergleich zur Grundrechtseinschränkung durch einen Lockdown sei die Impfpflicht nur ein "kleiner" Eingriff in die Rechte der Bürger, betonte er.

Wegen dramatisch steigender Infektionszahlen gilt in Österreich seit Montag ein Teil-Lockdown. Die Schulen in dem Land sind aber nach wie vor geöffnet. Ab dem 1. Februar gilt in Österreich die allgemeine Corona-Impfpflicht.

Während ein bedeutender Teil der Menschen in Österreich eine Impfung gegen das Coronavirus ablehnt, werden in den dortigen Online-Netzwerken immer wieder Empfehlungen zu angeblichen Heilmitteln gegen Covid-19 verbreitet. Wie das Finanzministerium in Wien am Sonntag mitteilte, "explodierte" in den vergangenen Monaten der Schmuggel mit dem in der Veterinärmedizin eingesetzten Antiparasiten-Mittel Ivermectin. Zwischen September und Mitte November seien 15.844 Ivermectin-Tabletten beschlagnahmt worden, erklärte das Ministerium.

Ivermectin hat sich in Studien als nicht wirksam gegen Covid-19 erwiesen. Falsch angewendet kann es laut Experten zudem die Gesundheit von Menschen gefährden.

(A.Nikiforov--DTZ)

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