Deutsche Tageszeitung - Scholz: Lasst uns mehr Fortschritt wagen

Scholz: Lasst uns mehr Fortschritt wagen


Scholz: Lasst uns mehr Fortschritt wagen
Scholz: Lasst uns mehr Fortschritt wagen / Foto: ©

Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz hat auf dem SPD-Sonderparteitag um Zustimmung zum Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP geworben. "Das wird eine Regierung von drei Parteien, die mehr Fortschritt für Deutschland wagen wollen", sagte Scholz in seiner Rede am Samstag in Berlin. Es gebe jetzt "die Chance, dass ein Aufbruch für Deutschland stattfinden kann".

Textgröße ändern:

Ein solcher Aufbruch sei auch ein Wagnis, sagte Scholz. Dieses Wagnis sei aber "erforderlich und richtig, weil wir eine Vorstellung davon haben, wie es gut ausgeht". Dafür wollten die drei Partner in der Ampel-Regierung "freundschaftlich zusammenarbeiten".

Inhaltlich nannte Scholz die Herausforderung durch den Klimawandel, die angepackt werden müsse. "Wir haben in Deutschland eine große Verantwortung dafür, dass das gelingt", sagte der designierte Bundeskanzler. Es gehe dabei nicht nur um das Senken der Emissionen in Deutschland, sondern auch darum, andern zu zeigen, "wie es geht". Dabei setze die Ampel-Koalition weniger auf Verzicht als "auf technischen Fortschritt".

Als weitere zentrale Ziele seiner Regierung nannte Scholz die geplante Kindergrundsicherung, das neue Bürgergeld und den Wohnungsbau. "All das findet sich im Koalitionsvertrag wieder", hob er hervor. Gleiches gelte für den höheren Mindestlohn, der nun kommen werde, sowie um Fortschritte bei der Gleichberechtigung von Frauen und Männern.

Zur Corona-Pandemie sagte Scholz, diese gelte es zu "bekämpfen mit allen Kräften, die wir haben". "Wir müssen es miteinander hinkriegen, dass wir mit entschiedenen Maßnahmen die vierte Welle brechen." Dazu seien auch noch einmal Einschränkungen erforderlich. "Weil sich nicht alle haben impfen lassen, müssen wir das jetzt nochmal machen".

Scholz erinnerte daran, dass der Erfolg der SPD lange alles andere als selbstverständlich gewesen sei, aber "wir haben das gemeinsam hingekriegt". Lange habe die CDU die Regierung geführt, doch "die Sozialdemokraten werden den nächsten Kanzler dieser Republik stellen und das ist unser gemeinsames Werk".

In den kommenden Jahren gehe es nun um eine Politik, damit alle in Deutschland ein besseres Leben führen könnten. In den vergangenen Jahren sei "Vieles liegen geblieben". Jetzt müsse es "mal weitergehen, dafür brauchen wir eine neue Regierung", rief Scholz den Delegierten zu.

Wegen der Corona-Pandemie waren diese allerdings überwiegend digital zugeschaltet. Am Nachmittag sollen sie über den Koalitionsvertrag abstimmen.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Ölpreise fallen wegen Hoffnung auf Entspannung im Iran-Krieg deutlich

Die Ölpreise sind zu Beginn des asiatischen Handels am Montag um mehr als fünf Prozent gefallen. Händler schöpften nach zwei Nächten ohne neue US-Angriffe auf den Iran Hoffnung auf eine Entspannung und mögliche neue Verhandlungen zwischen Washington und Teheran.

Brasilien ruft Botschafter nach Äußerungen von Argentiniens Präsident Milei zurück

Wegen abfälliger Äußerungen von Argentiniens Staatschef Javier Milei über den brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva hat Brasilien seinen Botschafter im Nachbarland zurückgerufen. Angesichts der "beleidigenden Äußerungen des argentinischen Staatschefs" habe Außenminister Mauro Vieira beschlossen, Botschafter Julio Bitelli zu Konsultationen zurückzubeordern, teilte das Außenministerium am Sonntag mit.

Wirbel um Kabinettsumbildung: Schnieder wirft hin - Bilger soll Nachfolger werden

Mit einer Kabinettsumbildung hatte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen Neustart seiner Regierung markieren wollen - stattdessen ist die Bundesregierung in neue Turbulenzen gestürzt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kündigte am Sonntagabend an, den Kanzler um seine Entlassung zu bitten. Er begründete dies mit dem "unwürdigen Zustand", den die Umstände der Kabinettsumbildung für ihn herbeigeführt hätten. Merz gab daraufhin die Nachfolge bekannt: Unions-Parlamentsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) soll das Ressort übernehmen.

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Anschlag auf Berliner CSD

Nach dem Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) mit einer Toten und fast 30 Verletzten hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Hintergrund sei die "mutmaßliche islamistische Tatbegehung", sagte eine Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Ermittelt werde auch bezüglich möglicher "Hintermänner" oder "Mitwisser".

Textgröße ändern: