Deutsche Tageszeitung - Seibert würdigt zum Abschied Rolle der Bundespressekonferenz für die Demokratie

Seibert würdigt zum Abschied Rolle der Bundespressekonferenz für die Demokratie


Seibert würdigt zum Abschied Rolle der Bundespressekonferenz für die Demokratie
Seibert würdigt zum Abschied Rolle der Bundespressekonferenz für die Demokratie / Foto: ©

Steffen Seibert hat bei seinem mutmaßlich letzten Auftritt als Regierungssprecher in der Bundespressekonferenz die Rolle der Institution für die Demokratie und Pressefreiheit in Deutschland gewürdigt. "Die Regierungspressekonferenz hat ihre guten und schlechten Tage", sagte Seibert am Montag vor der Hauptstadtpresse. Nicht immer sei die Pressekonferenz ergiebig. "Aber immer ist Bundespressekonferenz ein gutes Stück Demokratie."

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"Sie laden ein, Sie fragen, wonach Sie fragen wollen und wie lange Sie fragen wollen", sagte Seibert an die Adresse der Hauptstadtjournalisten. Ein solches Format gebe es in vielen anderen europäischen Demokratien nicht. "Was es in den meisten Ländern gibt, sind Regierungen, die meist nach ihren Kabinettssitzungen Pressekonferenzen anbieten und dabei selber bestimmen, wer fragt und wie lange."

Pressekonferenzen "in Regie der Journalisten" seien gerade aus der Sicht der freien Medien das bessere System, betonte Seibert. Deutliche Kritik übte er an den oftmals leeren Stühle in der Bundespressekonferenz: Er verstehe nicht, "warum so viele Mitglieder der Bundespressekonferenz diesem Format so dauerhaft fernbleiben. Warum hier regelmäßig mehr Sprecher als Journalisten erscheinen".

Seibert verwies auf die Vertreter ausländischer staatlicher Medien, die in der Bundespressekonferenz immer wieder die journalistische Freiheit nutzten, die "bei ihnen zu Hause unterdrückt wird". Es gebe gute Gründe, warum auch solche Medien in der Bundespressekonferenz zugelassen seien und sie ein Fragerecht hätten. "Aber vergessen wir nicht, wie sie zu unserer Demokratie stehen und mit welchem Auftrag sie hierherkommen."

Seibert betonte, dass er stets "sehr gerne" in die Bundespressekonferenz gekommen sei - auch wenn er wisse, "dass ich nicht immer so ausgesehen habe". Er habe die Eigenschaft, "grimmig" dreinzuschauen, wenn er sich konzentriere. Dies abzustellen sei ihm in elf Jahren als Regierungssprecher nicht gelungen.

Seibert trat nach eigenen Angaben rund 1160 Mal in der Bundespressekonferenz auf. Dass er sich so oft den Fragen der Hauptstadtjournalisten gestellt habe, entspreche dem, was er als zentrale Aufgabe eines Regierungssprechers betrachte und "auch der Bedeutung, die die Bundeskanzlerin der Veranstaltung beimisst".

Von den Mitgliedern der Bundespressekonferenz erhielt der Hobbykoch Seibert zum Abschied einen Messerschleifer. Das Gerät solle Seibert an die "scharfen Fragen" der Journalisten erinnern - und daran, dass sie sich "hin und wieder schnittigere Antworten gewünscht hätten", sagte der BPK-Vorsitzende und ZDF-Journalist Mathis Feldhoff.

(M.Dylatov--DTZ)

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