Deutsche Tageszeitung - Nawalny fängt im Gefängnis an zu nähen - Backen will er nicht

Nawalny fängt im Gefängnis an zu nähen - Backen will er nicht


Nawalny fängt im Gefängnis an zu nähen - Backen will er nicht
Nawalny fängt im Gefängnis an zu nähen - Backen will er nicht / Foto: ©

Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat im Gefängnis mit Näharbeiten begonnen. Die Gefängnisverwaltung habe ihm gesagt, nach neun Monaten der Haft müsse er nun eine Arbeit verrichten, sagte Nawalny in einer am Dienstag von seinen Unterstützern auf Facebook verbreiteten Mitteilung.

Textgröße ändern:

Der 45-Jährige fügte ironisch hinzu, er wolle lieber nähen als backen - Stellungen der "Nomenklatura" lehne er ab, sagte er in Anspielung auf die Gepflogenheiten der Sowjetära. Er wolle den "Volksmassen" nahe sein.

Nawalny war im Februar verhaftet und zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er ist in einer Strafkolonie 100 Kilometer östlich von Moskau inhaftiert.

Der Widersacher des russischen Präsidenten Wladimir Putin war am 20. August 2020 auf einem Flug nach Moskau zusammengebrochen. Zwei Tage später wurde der Oppositionspolitiker, noch im Koma liegend, in die Berliner Charité gebracht.

Nach Analysen westlicher Labors wurde Nawalny mit einem chemischen Nervenkampfstoff aus der in der Sowjetunion entwickelten Nowitschok-Gruppe vergiftet. Nawalny macht den Kreml für seine Vergiftung verantwortlich, die russische Regierung weist dies zurück.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Wichtige Brücke und Atomforschungsanlage in Kiew bei russischen Angriffen getroffen

Russland hat seine zuletzt verstärkten Angriffe auf Kiew fortgesetzt und ukrainischen Angaben zufolge eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt erstmals seit Kriegsbeginn angegriffen. Dabei sei der Stützbereich der Südbrücke getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag. Am Vortag wurde nach Angaben der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde eine Atomforschungsanlage in Kiew von einer russischen Drohne getroffen. Derweil wurden die Menschen nach Stromausfällen in mehreren Regionen zum Energiesparen aufgerufen.

Merz: Europa muss an Ukraine-Verhandlungen beteiligt sein

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei möglichen Verhandlungen über eine Friedenslösung für die Ukraine eine Beteiligung der Europäer gefordert. Friedensverhandlungen müssten "in einem angemessenen Format" stattfinden, sagte Merz am Donnerstag bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die Nato. "Einen Frieden über die Köpfe der Ukrainer hinweg kann es jedenfalls nicht geben. Ebenso wenig kann es einen Frieden ohne Europa geben."

Erstes rot-grün-rotes Gespräch nach Wahl in Berlin beendet - Fortsetzung geplant

Elf Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin haben sich Linke, Grüne und SPD am Donnerstag zu einem ersten Gespräch vor möglichen Sondierungen getroffen. Das Treffen sei konstruktiv verlaufen, sagte eine Grünen-Sprecherin anschließend. Inhaltliche Details nannte sie nicht. Es sei eine Fortsetzung der Gespräche vereinbart worden, sagte die Sprecherin.

Globales Plastikabkommen: Verhandlungsvorsitzender hält Einigung im März für möglich

In die schwierigen Verhandlungen über ein UN-Abkommen zur Verringerung des weltweiten Plastikmülls ist nach Angaben des Verhandlungsvorsitzenden zuletzt Bewegung gekommen. Er halte eine Einigung bei der nächsten offiziellen Verhandlungsrunde im kommenden März für möglich, sagte der chilenische Diplomat Julio Cordano am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Cordano hatte die Leitung der Verhandlungen im Februar übernommen.

Textgröße ändern: