Deutsche Tageszeitung - Chile führt gleichgeschlechtliche Ehe ein

Chile führt gleichgeschlechtliche Ehe ein


Chile führt gleichgeschlechtliche Ehe ein
Chile führt gleichgeschlechtliche Ehe ein / Foto: ©

Chile hat nach jahrelangem politischen Ringen die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe endgültig beschlossen. Entsprechende Gesetzesänderungen wurden am Dienstag sowohl vom Senat als auch von der Abgeordnetenkammer in der Hafenstadt Valparaiso jeweils mit breiter Mehrheit angenommen. Der Gesetzgebungsprozess hatte über vier Jahre gedauert.

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2017 hatte die damalige sozialistische Präsidentin Michelle Bachelet den Gesetzentwurf im Parlament eingebracht. Es folgte ein jahreslanges Hin und Her. Der amtierende konservative Staatschef Sebastián Piñera kündigte dann im Juni überraschend an, die Verabschiedung des Gesetzes im Nationalkongress zu beschleunigen.

Nun stimmten im Oberhaus 21 Senatoren für die Initiative, acht dagegen und drei enthielten sich. Ein ähnliches Bild ergab sich im Unterhaus, wo 82 Abgeordneten dafür stimmten und 20 dagegen; zwei enthielten sich.

Bislang war das einzige Rechtsinstrument zur rechtlichen Vereinigung gleichgeschlechtlicher Paare in Chile die 2015 eingeführte eingetragene Partnerschaft, die Zugang zu vielen Rechten gewährt, die auch die Ehe vorsieht. Allerdings waren eingetragenen Partnern bislang Adoption und gemeinsame Elternschaft verwehrt. Nun werden dafür das Bürgerliche Gesetzbuch und andere Rechtsvorschriften entsprechend geändert.

Die Bewegung für Homosexuellen-Rechte Movilh, die sich seit Jahren für die Legalisierung der Homo-Ehe in dem südamerikanischen Land einsetzt, begrüßte die Entscheidung des Kongresses als "historischen und entscheidenden Schritt zur Förderung und Festigung der Menschenrechte gleichgeschlechtlicher Paare und gleichgeschlechtlicher Familien".

Chile ist damit nach Costa Rica, Ecuador, Kolumbien, Brasilien, Uruguay und Argentinien das siebte lateinamerikanische Land, das die gleichgeschlechtliche Ehe einführt. In Mexiko ist die Homo-Ehe zudem in 14 der 32 Bundesstaaten möglich.

(P.Tomczyk--DTZ)

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