Deutsche Tageszeitung - FDP-Europaabgeordnete Beer fordert kompletten Boykott der Winterspiele in Peking

FDP-Europaabgeordnete Beer fordert kompletten Boykott der Winterspiele in Peking


FDP-Europaabgeordnete Beer fordert kompletten Boykott der Winterspiele in Peking
FDP-Europaabgeordnete Beer fordert kompletten Boykott der Winterspiele in Peking / Foto: ©

Nach dem von den USA angekündigten diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking hat die FDP-Europaabgeordnete Nicola Beer den kompletten Boykott durch die Mitgliedsstaaten der EU gefordert. Der Schritt der USA komme spät und sei "das Mindeste", was vom Westen zu erwarten sei, sagte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwoch).

Textgröße ändern:

"Die EU sollte jedoch nicht nur im Windschatten der USA bleiben, sondern sich selbst für die Einhaltung von Menschenrechten auf die Hinterbeine stellen und sich für einen gänzlichen Boykott der Winterspiele aussprechen", sagte Beer den Zeitungen. Die Winterspiele in China sind demnach "eine falsche Bühne am falschen Ort".

"Unmissverständliche Signale des Westens Richtung Peking" seien längst "überfällig", erklärte sie. Sie verwies dabei auf die "brutale Unterdrückung der Uiguren" und "chinesische Aggressionen gegenüber Hongkong und Taiwan". Es könne "weder im Interesse der USA noch der EU sein, Peking stillschweigend bei den Winterspielen als gigantische Propaganda- Inszenierung zuzusehen, während Chinas Apparat unverhohlen hinter den Kulissen schwerwiegend Menschenrechte verletzt".

Die Erfahrung der Sommerspiele 2008 in China habe deutlich gemacht, "dass sich die Menschenrechtslage in dem Land durch oder nach Olympia nicht verbessert". Beer forderte zugleich auch die Einsetzung eines europäischen Sondergesandten für China, der eine einheitliche Linie der EU gegenüber Peking vertreten solle.

Neben Washington hat auch Australien am Dienstag einen diplomatischen Boykott der Spiele in Peking angekündigt. Beide Länder wollen somit keine politischen Vertreter zu den Spielen im Februar schicken. Die Athleten sollen hingegen schon teilnehmen. China hatte den Schritt der USA scharf kritisiert und die Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen zurückge.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Weißes Haus: Trump will mit Rutte über möglichen Nato-Austritt diskutieren

Nach Angaben des Weißen Hauses will US-Präsident Donald Trump bei seinem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte am Mittwoch über einen möglichen Austritt aus der Allianz diskutieren. "Ich denke, es ist etwas, das der Präsident in ein paar Stunden mit Generalsekretär Rutte besprechen wird", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, in Washington. Trump wolle "ein sehr offenes und ehrliches Gespräch" mit Rutte führen.

Trump bestätigt: Waffenruhe im Iran-Krieg gilt nicht für den Libanon

US-Präsident Donald Trump hat israelische Angaben bestätigt, wonach die Waffenruhe im Iran-Krieg nicht für den Libanon gilt. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagte Trump dem Sender PBS. Auf die Frage, ob er mit den anhaltenden israelischen Angriffen auf die Hisbollah einverstanden sei, antwortete Trump nach Angaben von PBS-Reporterin Liz Landers, das sei "Teil der Einigung" und werde später geregelt.

International Erleichterung über Waffenruhe im Iran-Krieg - Golfstaaten melden neue Angriffe

Die Einigung auf eine zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg hat international für Erleichterung gesorgt: Mehrere europäische Staaten und Kanada begrüßten am Mittwoch die von US-Präsident Donald Trump verkündete "beidseitige Waffenruhe" mit dem Iran, ähnlich äußerten sich China und Russland. Auch die Börsen reagierten positiv. US-Vizepräsident JD Vance bezeichnete die Waffenruhe indes als "zerbrechlich". Mehrere Golfstaaten meldeten weitere iranische Angriffe.

Zehn Festnahmen nach Schusswechsel vor israelischem Konsulat in Istanbul

Im Zusammenhang mit dem Schusswechsel vor dem israelischen Konsulat in Istanbul am Dienstag haben die türkischen Sicherheitskräfte zehn Menschen festgenommen. Unter den Festgenommenen seien zwei der Angreifer, die bei der Schießerei verletzt wurden, meldete die Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch. "Die Zahl der Festgenommenen, einschließlich der beiden Terroristen im Krankenhaus, ist auf zehn gestiegen", zitierte Anadolu einen Ermittler.

Textgröße ändern: