Deutsche Tageszeitung - Lindner freut sich auf "spannende Jahre" im Bundesfinanzministerium

Lindner freut sich auf "spannende Jahre" im Bundesfinanzministerium


Lindner freut sich auf "spannende Jahre" im Bundesfinanzministerium
Lindner freut sich auf "spannende Jahre" im Bundesfinanzministerium / Foto: ©

Das Bundesfinanzministerium hat einen neuen Chef: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner hat am Donnerstag förmlich die Geschäfte von seinem Vorgänger, dem jetzigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), übernommen. "Es ist eine tolle Aufgabe", sagte Scholz bei der Zeremonie im Ministerium. "Ich war gerne Bundesminister der Finanzen und ich bin sicher, du wirst es auch gerne sein."

Textgröße ändern:

Lindner ist bereits seit der Ernennung durch den Bundespräsidenten am Mittwoch Bundesfinanzminister. Die Amtsübergabe wurde am Donnerstag mit einer Feier im Ministerium besiegelt.

Lindner sagte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums "vier spannende und ereignisreiche Jahre" voraus. Er komme "mit eigenen Vorstellungen und Ideen, aber auch mit großer Demut und Respekt". Von der "großen hier im Haus gespeicherten Kompetenz" wolle er gern profitieren.

Er wolle das Ministerium so führen, dass es die Vorhaben der neuen Bundesregierung ermögliche "und dabei zugleich die Verfassung achtet", sagte Lindner mit Blick auf die grundgesetzlich verankerte Schuldenbremse. Mit den Mitteln, die "die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zur Verfügung stellen", müsse sparsam umgegangen werden.

Lindner kündigte an, dass ihn seine erste Reise als Finanzminister am Montag nach Paris führen werde. Bereits am Donnerstagnachmittag wollte er mit dem französischen Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire telefonieren.

Unterstützt wird Lindner in seiner neuen Funktion unter anderem von der parlamentarischen Staatssekretärin Katja Hessel und dem parlamentarischen Staatssekretär Florian Toncar (beide FDP). Von der bisherigen Hausleitung bleibt nur ein beamteter Staatssekretär im Amt, nämlich Werner Gatzer. Er ist, von einer kurzen Unterbrechung abgesehen, bereits seit 1990 im Ministerium tätig, seit 2005 als Staatssekretär. Gatzer solle sich wie bisher um das Thema Bundeshaushalt kümmern, sagte Lindner.

Zur Staatssekretärin mit der Zuständigkeit für Steuerpolitik berief er den Angaben zufolge die Ökonomin Luise Hölscher, die früher unter anderem im hessischen Finanzministerium und bei der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung tätig war. Um den Bereich Internationales soll sich der Volkswirt und langjährige EU-Beamte Carsten Pillart kümmern.

Weiterer Staatsekretär wird Steffen Saebisch. Der Jurist und bisherige Geschäftsführer der Friedrich-Naumann-Stiftung soll sich um die Hausorganisation kümmern und die Arbeit der FDP-geführten Bundesministerien koordinieren.

Scholz dankte den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums und der nachgeordneten Behörden für ihre Arbeit. Sie würden es erst "verwirklichbar machen, was wir für Vorstellungen für unser Land haben".

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Luftangriff am Jahrestag: Israels Armee nimmt ranghohen Hamas-Vertreter ins Visier

Mit einem Luftangriff auf eine Wohnung im Gazastreifen hat die israelische Armee am Samstag einen hochrangigen Vertreter der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas ins Visier genommen. Sie habe versucht, Ali al-Amudi zu töten, bestätigte die Armee entsprechende Medienberichte. Es werde geprüft, ob al-Amudi verletzt oder tot sei. Nach Angaben des Zivilschutzes und eines Krankenhauses im Gazastreifen wurden bei dem Angriff fünf Menschen getötet.

Nachwahlbefragungen: Pro-EU-Partei von Lettlands Regierungschef liegt vorn

Bei der Parlamentswahl in Lettland ist die Partei von Ministerpräsident Andris Kulbergs am Samstag laut Nachwahlbefragungen gestärkt worden. Demnach erzielte Kulbergs Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste 35,6 Prozent, wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk LSM berichtete. Damit dürfte das baltische Land seinen proeuropäischen und proukrainischen Kurs beibehalten. Das vorläufige amtliche Ergebnis wird für Sonntag erwartet.

ALEX BODI UND BOTSCHAFTER GUM DOMINIC MATIOK DER REPUBLIK SÜDSUDAN BESPRECHEN IN BERLIN DIE MÖGLICHKEIT EINES HONORARKONSULATS IN BUKAREST

Der rumänische Unternehmer Alex Bodi (41) und der südsudanesische Botschafter Gum Dominic Matiok Matiok (60) haben am 27. September 2026 im Berliner Hotel Ritz-Carlton über die Einrichtung eines Honorarkonsulats der Republik Südsudan in Bukarest gesprochen. Zur Diskussion steht damit eine konsularische Anlaufstelle, die den Austausch zwischen beiden Ländern unterstützen könnte, wobei Bodi als Honorarkonsul vorgesehen ist.

Nach Scheitern von Wohnungspaket: Zehntausende protestieren in Spanien

Nach dem Scheitern eines Regulierungspakets gegen die Wohnungsnot im Parlament sind in Spanien erneut zehntausende Menschen für bezahlbaren Wohnraum auf die Straße gegangen. Allein in der Hauptstadt Madrid beteiligten sich am Samstag nach Behördenangaben 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000. Auch in mehreren anderen Städten gab es Proteste.

Textgröße ändern: