Deutsche Tageszeitung - Polizei Hamburg verhindert möglicherweise islamistischen Anschlag

Polizei Hamburg verhindert möglicherweise islamistischen Anschlag


Polizei Hamburg verhindert möglicherweise islamistischen Anschlag
Polizei Hamburg verhindert möglicherweise islamistischen Anschlag / Foto: ©

Die Polizei in Hamburg hat womöglich einen islamistischen Anschlag verhindert. In einer Wohnung im Stadtteil Jenfeld seien im November "diverse Substanzen und Gegenstände" gefunden worden, die für die Herstellung von Schwarzpulver und zum Bau eines Sprengsatzes geeignet gewesen wären, erklärte die Polizei am Freitag. Damals hatten die Ermittler demnach bereits seit längerer Zeit einen Verdächtigen im Visier.

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Am 26. August sei ein 20 Jahre alter Deutschmarokkaner vorläufig festgenommen worden, der versucht haben soll, im Darknet eine scharfe Schusswaffe und eine Handgranate zu kaufen. Der Staatsschutz hatte von diesem Kaufversuch erfahren, Spezialeinsatzkräfte nahmen den jungen Mann fest. Einen Tag später erging ein Haftbefehl gegen den 20-Jährigen. Ermittlungen hätten außerdem Hinweise darauf gegeben, dass er zwar in Wismar gemeldet sei, sich aber bei seinen Eltern in Hamburg aufhielt.

Schon am 26. August seien beide Wohnungen durchsucht worden, erklärte die Polizei weiter. Dabei seien unter anderem Propagandavideos islamistischer Gruppen und Unterlagen zur Herstellung von Waffen beschlagnahmt worden. Die Ermittlungen hätten außerdem ergeben, dass der 20-Jährige sich im Internet Anleitungen zum Bau einer Bombe angesehen habe. Darum habe die Zentralstelle Staatsschutz der Generalstaatsanwaltschaft Hamburg das Verfahren übernommen.

Wenig später hätten die Ermittler herausgefunden, dass der Beschuldigte auch die auf seinen Cousin gemeldete Wohnung in Jenfeld nutzte. Dort wurden die Materialien gefunden, die zum Bombenbau geeignet waren - je ein Kilogramm Schwefel und Kaliumnitrat, ein halbes Kilogramm Kohlepulver, mehrere hundert Schrauben und Muttern sowie Elektrodrähte.

Nach weiteren Ermittlungen im Umfeld habe der Staatsschutz 17 Durchsuchungsbeschlüsse bei nicht verdächtigen Bekannten des 20-Jährigen in verschiedenen Bundesländern erwirkt. Die Wohnungen der Betreffenden seien am Mittwoch durchsucht worden. Dabei seien Beweismittel wie Smartphones, Computer und Datenträger beschlagnahmt worden. Derzeit berate der Staatsschutz mit dem Generalbundesanwalt, ob dieser "vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse" das Verfahren übernehmen könne, hieß es weiter.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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