Deutsche Tageszeitung - Kevin Kühnert zum SPD-Generalsekretär gewählt

Kevin Kühnert zum SPD-Generalsekretär gewählt


Kevin Kühnert zum SPD-Generalsekretär gewählt
Kevin Kühnert zum SPD-Generalsekretär gewählt / Foto: ©

Der bisherige stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert ist zum neuen Generalsekretär der Partei gewählt worden. Kühnert erhielt auf dem Bundesparteitag am Samstag 77,78 Prozent der Stimmen. Er löst Lars Klingbeil ab, der zuvor zum neuen SPD-Vorsitzenden an der Seite von Ko-Parteichefin Saskia Esken gewählt wurde.

Textgröße ändern:

Im Amt bestätigt wurde auf dem Parteitag Schatzmeister Dietmar Nietan mit 86,70 Prozent der Stimmen. Wegen des hybrid abgehaltenen Parteitags müssen alle Wahlen müssen noch per Briefwahl bestätigt werden.

In seiner Bewerbungsrede kündigte Kühnert ein offensives Eintreten für die Anliegen der SPD an. Er wolle in seinem neuen Amt "Anwalt der Partei, Hüter und Treiber ihrer Programmatik und Kommunikator gegenüber einer demokratischen Öffentlichkeit sein", sagte er. "Wir werden uns nicht einmauern in der Parteizentrale."

Kühnert sagte weiter, er wolle "konzentriert" am SPD-Parteiprogramm arbeiten. Es müsse identifiziert werden, an welchen "Themen und Konflikten" die Partei zu arbeiten habe, "um vom politischen Gegner und vom Zeitgeist nicht aufs Kreuz gelegt zu werden". Als wichtige Diskussionsgegenstände für die nächsten Jahre nannte Kühnert unter anderem Fragen der Zuwanderung, die Ausfüllung des Begriffs "Recht auf Arbeit" und die Definition einer "gemeinwohlorientierten Bodenpolitik".

Spekulationen, dass der frisch gewählte SPD-Kanzler Olaf Scholz die Partei nun "unterwerfen" werde oder umgekehrt Partei und Teile der Fraktion den Regierungschef "an die kurze Leine" nehmen würden, wies der 32-Jährige zurück. Es handele sich hier um "groteske Zerrbilder". Die SPD habe schon zuletzt "dieses Spiel nicht mehr mitgespielt" und werde es auch künftig nicht tun. Die Partei brauche "kein ritualisiertes Heckmeck".

"Fraktion und Regierung sind für uns als SPD unsere Hände, die mit Geschick und Können die Wirklichkeit formen und verändern können", führte Kühnert aus. "Die Partei ist Kopf und Herz der sozialdemokratischen Bewegung. Und ich glaube, dass uns so eine Aufgabenteilung gelingt, in der Fortschritt gedacht und zur Realität gemacht werden kann."

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Emiratische Behörden: Flydubai-Copilot plante "Terrorakt"

Der Copilot der Flydubai-Maschine hat nach Angaben der emiratischen Behörden einen "Terrorakt" geplant. Der aus dem Oman stammende Mann habe den Piloten am Mittwoch auf dem Flug von Dubai nach Israel mit der Notaxt im Cockpit angegriffen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur WAM am Samstag die Generalstaatsanwaltschaft. Der Copilot verletzte den Piloten schwer, konnte aber von Passagieren überwältigt werden, so dass die Maschine mit mehr als 170 Menschen an Bord später sicher landete.

Parlamentswahl in Lettland hat begonnen

In Lettland haben am Samstag die Parlamentswahlen begonnen. Sicherheit und Verteidigung sind die wichtigsten Themen für die Wählerinnen und Wähler, gefolgt von wirtschaftlichen Fragen. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

G7 geben Rohöl- und Diesel-Reserven frei - Trump schließt Diesel-Exportstopp aus

Angesichts der massiv gestiegenen Spritpreise haben sich die G7-Staaten auf die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven verständigt - ein zuvor von den USA angedrohter Diesel-Exportstopp ist laut US-Präsident Donald Trump vom Tisch. "Wir werden kein Exportverbot verhängen", sagte Trump am Freitag im Weißen Haus und lobte die Entscheidung der europäischen Staaten, Diesel aus ihren Reserven freizugeben.

Lettland wählt neues Parlament unter Druck russischer Bedrohung

In Lettland wird am Samstag unter dem Eindruck wiederholter Drohnenvorfälle und der Bedrohung durch Russland ein neues Parlament gewählt. Trotz Zugewinnen für populistische und Protestparteien wird erwartet, dass bei der Wahl der proeuropäische und proukrainische Kurs des baltischen Staates mit 1,8 Millionen Einwohnern bestätigt wird. In Umfragen führt die Mitte-rechts-Partei Vereinte Liste von Ministerpräsident Andris Kulbergs.

Textgröße ändern: