Deutsche Tageszeitung - Scholz: Müssen Beziehungen zu Polen "immer weiter vertiefen"

Scholz: Müssen Beziehungen zu Polen "immer weiter vertiefen"


Scholz: Müssen Beziehungen zu Polen "immer weiter vertiefen"
Scholz: Müssen Beziehungen zu Polen "immer weiter vertiefen" / Foto: ©

In dem von Spannungen geprägten Verhältnis zwischen Deutschland und Polen hat sich der neue Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) für eine weitere Vertiefung der Beziehungen ausgesprochen. "Es geht darum, dass wir diese Beziehung immer weiter vertiefen", sagte Scholz am Sonntag bei seinem Antrittsbesuch in Warschau.

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"Wir eröffnen heute ein neues Kapitel in den deutsch-polnischen Beziehungen", sagte der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Scholz.

Der seit Mittwoch amtierende Bundeskanzler war am späten Nachmittag in Warschau gelandet, wo Morawiecki ihn mit militärischen Ehren empfing. Danach kamen die beiden Regierungschefs zu einem Gespräch zusammen.

Vor seiner Abreise hatte Scholz von einem "Freundschaftsbesuch bei einer befreundeten Nation" gesprochen. Es gebe im Verhältnis zu Warschau aber auch "Fragen, die unterschiedlich bewertet werden" - etwa zum Zustand der Rechtsstaatlichkeit in Polen. Die Justizreformen der rechtsnationalistischen polnischen Regierung sorgen seit Jahren für Streit zwischen Polen und der EU.

Scholz sagte dazu in Warschau, die Bundesregierung würde es begrüßen, wenn Gespräche zwischen der EU-Kommission und Polen "bald zu einer guten und pragmatischen Lösung führen könnten".

Auch auf bilateraler deutsch-polnischer Ebene gibt es Konfliktfelder. So fordert Polen von der Bundesregierung, die Inbetriebnahme der deutsch-russischen Gaspipeline Nord Stream II zu stoppen. Polen fühlt sich durch dieses Projekt umgangen. Das Beste wäre, eine Eröffnung von Nord Stream II gar nicht zuzulassen, sagte Morawiecki bei der Pressekonferenz an der Seite von Scholz. Er warnte vor einer "Gaserpressung" durch Russland.

Am Abend wollte Scholz in Warschau einen Kranz am Grab des Unbekannten Soldaten niederlegen, ehe er nach Berlin zurückfliegt. Die erste Auslandsreise hatte den neuen Kanzler - der Tradition entsprechend - am Donnerstag nach Paris geführt. Am selben Tag hatte er dann auch der EU und der Nato in Brüssel einen Besuch abgestattet.

(A.Nikiforov--DTZ)

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