Deutsche Tageszeitung - Baerbock fordert neue Impulse für nukleare Abrüstung

Baerbock fordert neue Impulse für nukleare Abrüstung


Baerbock fordert neue Impulse für nukleare Abrüstung
Baerbock fordert neue Impulse für nukleare Abrüstung / Foto: ©

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat bei einem Besuch in Schweden für mehr Anstrengungen in der Abrüstungsdiplomatie geworben. Die nukleare Abrüstung sei für die neue Bundesregierung ein zentrales Thema, sagte Baerbock am Dienstag in Stockholm. Eine Welt ohne Atomwaffen sei eine "sicherere Welt". Baerbock nimmt am Nachmittag als Co-Vorsitzende an einem Ministertreffen der sogenannten Stockholm-Initiative teil, die die nukleare Abrüstung vorantreiben will.

Textgröße ändern:

Die atomare Abrüstung brauche "dringend neue Impulse", hatte Baerbock schon vor ihrer Abreise in Berlin betont. Seit Jahren habe es keine Einigung mehr auf neue atomare Abrüstungsschritte gegeben. Im Gegenteil: Mit dem 2019 ausgelaufenen INF-Vertrag und dem Open-Skies-Abkommen seien "wichtige Elemente der Rüstungskontrollarchitektur weggebrochen".

In der schwedischen Hauptstadt bekräftigte die Außenministerin, dass die neue Bundesregierung bei den Abrüstungsbemühungen auf dem internationalen Parkett eine Führungsrolle einnehmen wolle. Zentrale Aufgabe sei es nun, den "Stillstand bei der nuklearen Abrüstung" aufzubrechen. Eine Gelegenheit dafür biete die bevorstehende Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags (NVV).

Baerbock bekräftigte das Vorhaben der Berliner Ampel-Koalition, dem Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) als Beobachterstaat beizutreten. Ein Widerspruch zu dem Bekenntnis der Koalition zur Nato und der nuklearen Teilhabe sei dies nicht, hob Baerbock in Stockholm hervor. Zuletzt habe sie auch bei Gesprächen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel unterstrichen, dass das Engagement Deutschlands für die Abrüstung "keineswegs daran rüttelt, dass wir Nato-Mitglied sind und der nuklearen Teilhabe verpflichtet sind".

Die 2019 ins Leben gerufene Stockholm-Initiative ist ein Zusammenschluss aus 16 Ländern, Deutschland und Schweden teilen sich dabei den Co-Vorsitz. Weitere Teilnehmer sind unter anderem die Niederlande, Norwegen, Jordanien und Japan; Nuklearwaffenstaaten sind in der Initiative hingegen nicht vertreten. Die Stockholm-Initiative verstehe sich als "Brückenbauer" zwischen den Atomwaffenstaaten und Nichtatomwaffenstaaten, sagte Baerbock dazu in Stockholm.

Das Ministertreffen in der schwedischen Hauptstadt findet weniger als vier Wochen vor Beginn der zehnten Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrags in New York statt. Ziel sei es, bei der Überprüfungskonferenz "konkrete Vereinbarungen" zu erreichen, "um dem Nichtverbreitungsvertrag neue Glaubwürdigkeit und damit auch praktische Geltung zu verschaffen", betonte Baerbock. "Eine weitere Überprüfungskonferenz ohne greifbare Ergebnisse können wir uns nicht leisten."

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

15 Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine - Sechs Tote in Russland

Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind am Freitag mindestens 15 Menschen getötet und mehr als hundert verletzt worden. Nach Angaben ukrainischer Behörden starben alleine zehn Menschen bei einem Raketenangriff auf eine Veranstaltung der Rüstungsbranche nahe Kiew und fünf weitere in Slowjansk. Bei ukrainischen Angriffen in Russland wurden laut dortigen Behörden sechs Menschen getötet und mindestens 26 verletzt.

Trump empfängt am Dienstag Selenskyj - und voraussichtlich Netanjahu

US-Präsident Donald Trump empfängt am Dienstag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington. Das teilte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses am Freitag mit. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu will ebenfalls am Dienstag mit Trump zusammenkommen, wie sein Büro in Jerusalem erklärte. Es wäre das siebte Treffen der beiden Politiker seit dem Wiedereinzug des US-Präsidenten ins Weiße Haus im Januar 2025.

Kritik aus SPD an von Prien geplanter Neuausrichtung von "Demokratie leben!"

Die von Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) angekündigte Neuausrichtung des Bundesprogramms "Demokratie leben!" stößt beim Koalitionspartner SPD auf Ablehnung. Dies sende "das falsche Signal", erklärte die SPD-Familienpolitikerin Jasmina Hostert am Freitag in Berlin. "Wer Fördergelder in erheblichem Umfang von der engagierten Zivilgesellschaft auf die vermeintlich 'stille Mitte' umlenken will, riskiert Fehlinvestitionen zulasten der Demokratie", warnte sie.

Росія після Путіна: «Парламент із шансом в один відсоток»

Конгрес народних депутатів у вигнанні працює над законами для демократичного переходу в Росії. Москва заборонила цю організацію як терористичну. Учасник Максим Мотін пояснює, чому він, незважаючи на це, вірить у успіх цього політичного експерименту.

Textgröße ändern: