Deutsche Tageszeitung - Dänische Firmen wegen Verstoßes gegen Syrien-Embargo zu Millionenstrafe verurteilt

Dänische Firmen wegen Verstoßes gegen Syrien-Embargo zu Millionenstrafe verurteilt


Dänische Firmen wegen Verstoßes gegen Syrien-Embargo zu Millionenstrafe verurteilt
Dänische Firmen wegen Verstoßes gegen Syrien-Embargo zu Millionenstrafe verurteilt / Foto: ©

Im Prozess wegen Verstoßes gegen das EU-Embargo für Syrien hat ein Gericht im dänischen Odense zwei dänische Firmen zu hohen Geldstrafen verurteilt. Sie sollen 34 Millionen Kronen (4,6 Millionen Euro) zahlen, weil sie Kerosin an zwei russische Firmen lieferten, die den Treibstoff nach Syrien brachten, wo russische Kampfjets damit betankt wurden. Diese Lieferungen seien Verstöße gegen die EU-Sanktionen gewesen, urteilte das Gericht am Dienstag.

Textgröße ändern:

Der Prozess hatte mehr als zwei Monate gedauert. Die Firmen Dan-Bunkering und der Mutterkonzern lieferten zwischen 2015 und 2017 rund 172.000 Tonnen Treibstoff im Wert von fast 90 Millionen Euro an die beiden russischen Unternehmen. Firmenchef Keld Demant hatte argumentiert, die russischen Kunden seien von dem Embargo nicht betroffen gewesen; Dan-Bunkering könne nicht kontrollieren, was die Kunden mit dem Treibstoff machten.

Das Gericht urteilte, Firmenchef Demant habe sehr wohl wissen müssen, dass es "sehr wahrscheinlich" sei, dass der Treibstoff in russischen Kampfjets in Syrien landen werde. Die russischen Kunden hatten demnach vor den Einsätzen Russlands in Syrien 2015 nie Treibstoff bei Dan-Bunkering gekauft; sie beliefern den Angaben zufolge die russische Marine. Die Lieferungen erfolgten im östlichen Mittelmeer, etwa von Tanker zu Tanker. Die russischen Firmen brachten den Treibstoff dann in den syrischen Hafen Banias.

Die Staatsanwaltschaft hatte Geldstrafen in Höhe von 400 Millionen Kronen und eine zweijährige Haftstrafe für Firmenchef Demant gefordert. Das Gericht in Odense verhängte eine Haftstrafe von vier Monaten auf Bewährung gegen Demant.

Staatsanwalt Anders Rechendorff äußerte sich am Dienstag dennoch "sehr zufrieden" mit dem Urteil. Es sei "historisch". In seinem Plädoyer hatte er argumentiert, dass auch "Fahrlässigkeit" bestraft werden könne. Die Beschuldigten seien verpflichtet gewesen, die Vorgänge sehr viel gründlicher zu prüfen als geschehen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

Empfohlen

Zweites Treffen: Rot-Grün-Rot in Berlin verständigt sich auf "gemeinsamen Weg"

Die Berliner Landesverbände von Linken, Grünen und SPD haben sich bei einem zweiten Treffen nach der Wahl "auf einen weiteren gemeinsamen Weg verständigt". Dies geht aus einer gleichlautenden Erklärung hervor, welche die drei Parteien am Samstag verbreiteten. "In der kommenden Woche werden wir die aktuellen Gespräche zu einem Ergebnis führen", hieß es darin weiter.

Bilanz mit pessimistischen Untertönen: Steinmeier warnt vor Gefahr für Demokratie

Besorgte Mahnungen zum Ende einer langen Amtszeit: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat wenige Monate vor seinem Ausscheiden aus dem Amt vor einer ernsthaften Gefährdung für Demokratie und Zusammenhalt in Deutschland gewarnt. In seiner Rede zum Tag der Deutschen Einheit beklagte Steinmeier am Samstag in Bremen eine "unerträgliche politische Demagogie extremistischer Kräfte", die an den Grundfesten des Staates rüttle. Er rief die Bundesregierung auf, trotz allen Widerstands ihren Reformkurs fortzusetzen.

Lettland wählt neues Parlament unter dem Eindruck russischer Bedrohung

In Lettland haben die Bürger am Samstag unter dem Eindruck der russischen Bedrohung und wachsender wirtschaftlicher Sorgen ein neues Parlament gewählt. Sicherheit und Verteidigung prägten den Wahlkampf in dem baltischen Staat ebenso wie steigende Lebenshaltungskosten, niedrige Löhne und Probleme im Gesundheitssystem. Die ersten Teilergebnisse wurden für Samstagabend erwartet, das vorläufige amtliche Ergebnis für Sonntag.

Grünen-Fraktionschefinnen erklären bisherige Strategie gegen AfD für gescheitert

Die Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion haben die bisherige Strategie ihrer Partei gegen die AfD für gescheitert erklärt und eine Kurskorrektur gefordert. "Alle bisherigen Versuche, der AfD etwas entgegenzusetzen, haben nicht gereicht", schrieben die Fraktionschefinnen Katharina Dröge und Britta Haßelmann in einem "Impulspapier", aus dem der "Spiegel" am Samstag zitierte. Für das Erstarken der in Teilen rechtsextremen AfD trügen alle demokratischen Parteien, auch die Grünen, Verantwortung.

Textgröße ändern: