Deutsche Tageszeitung - Corona verschlechtert Berufseinstellung bei jedem vierten Gesundheitsbeschäftigten

Corona verschlechtert Berufseinstellung bei jedem vierten Gesundheitsbeschäftigten


Corona verschlechtert Berufseinstellung bei jedem vierten Gesundheitsbeschäftigten
Corona verschlechtert Berufseinstellung bei jedem vierten Gesundheitsbeschäftigten / Foto: ©

Die Coronakrise hat vor allem für Gesundheitsberufe einschneidende Folgen. Bei 23 Prozent der Beschäftigten im medizinischen Bereich führte die Pandemie zu einer negativeren Berufseinstellung, wie aus einer am Dienstag in Köln veröffentlichten Umfrage für die HDI-Lebensversicherung hervorgeht. Nur in der Tourismusbranche einschließlich Hotels und Gaststätten wurde die Einstellung zum Beruf mit 32 Prozent noch schlechter.

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Zudem wollen 40 Prozent der Ärzte und Pfleger jungen Menschen nicht mehr zur Wahl ihres Berufs raten. Das ist ein Rekordwert unter allen Berufen und ein Wert weit über dem Gesamtdurchschnitt von 26 Prozent. Mit 53 Prozent geht gut die Hälfte der Beschäftigten im medizinischen Bereich außerdem davon aus, nicht bis zum regulären Renteneintrittsalter in ihrem Beruf zu arbeiten. Auch das ist der Umfrage zufolge der mit Abstand höchste Wert.

Im Gesundheitsbereich nennt jeder Zweite Zeitdruck als größte berufliche Belastung. Und in keinem anderen Beruf wird die Unvereinbarkeit mit dem Privatleben als so belastend empfunden wie im Gesundheitswesen - mehr als jeder Vierte klagt hier darüber. Fast jeder Dritte im Gesundheitsbereich fühlt sich durch körperlich harte Arbeit stark belastet. Nur noch im Sicherheits- und Reinigungsgewerbe wird dieser hohe Wert ebenfalls erreicht.

Dabei ist der innere Antrieb für die Arbeit in den Gesundheitsberufen besonders hoch. Als sinnstiftend für die Gesellschaft empfinden mit 69 Prozent mehr als zwei Drittel der Beschäftigten dort ihre Tätigkeit. Das sind deutlich mehr als im Schnitt der übrigen Berufe, wo nur jeder Zweite dieser Meinung ist. Lediglich Lehrer und Ausbilder mit 83 Prozent sowie Erzieher mit 73 Prozent pflichten der Aussage noch häufiger bei.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in finanziellen Dingen. Der Aussage "Mein Beruf bedeutet mir mehr, als damit nur Geld zu verdienen" stimmen etwa zwei von drei Beschäftigten im Gesundheitsbereich zu - unter allen Berufen sind es nur unter Lehrern und Ausbildern mit 85 Prozent noch mehr. Die Daten stammen aus einer Sonderauswertung der HDI-Berufestudie 2021, für die das Meinungsforschungsinstitut Yougov im Sommer mehr als 3700 Erwerbstätige befragte.

(A.Nikiforov--DTZ)

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