Deutsche Tageszeitung - Menschenrechtler: Nordkorea unterdrückt Berichte über öffentliche Hinrichtungen

Menschenrechtler: Nordkorea unterdrückt Berichte über öffentliche Hinrichtungen


Menschenrechtler: Nordkorea unterdrückt Berichte über öffentliche Hinrichtungen
Menschenrechtler: Nordkorea unterdrückt Berichte über öffentliche Hinrichtungen / Foto: ©

Menschenrechtlern zufolge versucht Nordkorea zunehmend, Berichte über öffentliche Hinrichtungen zu unterdrücken. Die Transitional Justice Working Group mit Sitz in Seoul in Südkorea erklärte am Donnerstag, dass die nordkoreanischen Behörden laut Zeugenaussagen ein wachsames Auge darauf haben, dass keine Informationen über die Hinrichtungen nach draußen dringen. Die Menschenrechtler interpretieren dies als Reaktion von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auf internationale Kritik.

Textgröße ändern:

Für ihren Bericht analysierte die Gruppe Satellitenbilder und sammelte Zeugenaussagen zu 23 öffentlichen Hinrichtungen während der Regierungszeit von Kim Jong Un ab Ende des Jahres 2011. Nordkoreanische Flüchtlinge berichteten, dass die Hinrichtungen an streng überwachten Orten stattfanden. Diese liegen den Forschern zufolge weit von den Grenzen entfernt. Die Zuschauer werden demnach scharf kontrolliert, um Aufzeichnungen zu verhindern. Sieben der öffentlichen Hinrichtungen erfolgten laut dem Bericht wegen des Ansehens oder der Verbreitung südkoreanischer Videos, die in Nordkorea verboten sind.

Es ist nahezu unmöglich, die Berichte der Geflohenen unabhängig zu überprüfen, da Nordkorea den Zugang zu seinen Bürgern und staatlichen Aufzeichnungen streng kontrolliert. Die Autoren der Studie betonten jedoch, sie hätten die Zeugenaussagen sorgfältig auf ihre Konsistenz hin geprüft und nur diejenigen ausgewählt, die sie für besonders zuverlässig hielten.

Die Arbeit der Menschenrechtler wurde durch die fast vollständige Abriegelung der Grenzen zu Nordkorea wegen der Pandemie erschwert. Human Rights Watch nannte die Maßnahmen am Donnerstag "unnötig und extrem".

Pjöngjang wird seit langem beschuldigt, mit öffentlichen Hinrichtungen die Bevölkerung in Angst und Schrecken zu versetzen. Staatschef Kim hat in der Vergangenheit selbst hochrangige Helfer töten lassen, darunter 2013 seinen mächtigen Onkel Jang Song Thaek. Nordkorea streitet jegliche Menschenrechtsverletzungen ab.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

USA greifen dreizehnte Nacht in Folge Ziele im Iran an

Die USA haben nach eigenen Angaben die dreizehnte Nacht in Folge den Iran angegriffen. Die Angriffswelle richte sich gegen "militärische Ziele", erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom. Mit ihnen wolle die US-Armee "den Iran zur Rechenschaft ziehen und die von der Islamischen Revolutionsgarde ausgehenden Bedrohungen für die Handelsschifffahrt verringern".

Anwälte: Gesundheitszustand von tunesischem Oppositionsführer Ghannouchi "kritisch"

Der Gesundheitszustand des inhaftierten tunesischen Oppositionsführers Rached Ghannouchi ist nach Angaben seiner Anwälte "kritisch". Ghannouchis Anwälte brachten am Donnerstag in einer Stellungnahme ihre "große Besorgnis über die schwere Verschlechterung seines Gesundheitszustands" zum Ausdruck. Trotz Ghannouchis Zustands verweigern die tunesischen Behörden demnach jeden Besuch durch seine Anwälte oder Familienangehörigen.

US-Regierung kündigt neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner an

Die US-Regierung hat am Donnerstag neue Zölle gegen rund 60 internationale Handelspartner angekündigt. Die Aufschläge von zehn bis 12,5 Prozent treten dem Weißen Haus zufolge in der Nacht zum Freitag (0.01 Uhr Ortszeit, 6.01 Uhr MESZ) in Kraft. Gleichzeitig läuft ein bisher geltender weltweiter Sonderzoll von zehn Prozent auf US-Importe aus.

Mord an US-Politikerin und ihrem Mann: Lebenslange Haft für Täter

Gut ein Jahr nach dem Mord an der US-Politikerin Melissa Hortman und ihrem Mann muss der Täter bis zum Ende seines Lebens ins Gefängnis. Der Bundesrichter John Tunheim verurteilte den Todesschützen Vance Boelter am Donnerstag in Minneapolis zu zwei Mal lebenslanger Haft plus 40 Jahren, wie US-Medien berichteten. Eine vorzeitige Entlassung des 59-jährigen Boelter ist damit ausgeschlossen.

Textgröße ändern: