Deutsche Tageszeitung - Moskau und Ankara wollen Verhältnis nach Spannungen wegen Ukraine verbessern

Moskau und Ankara wollen Verhältnis nach Spannungen wegen Ukraine verbessern


Moskau und Ankara wollen Verhältnis nach Spannungen wegen Ukraine verbessern
Moskau und Ankara wollen Verhältnis nach Spannungen wegen Ukraine verbessern / Foto: ©

Die Präsidenten Russlands und der Türkei, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan, wollen die Beziehungen ihrer Länder wieder verbessern. Nach einem Telefonat der beiden Staatschefs am Sonntag teilten deren Büros jeweils mit, die Zusammenarbeit ihrer Länder intensivieren zu wollen. Zuletzt war das Verhältnis zwischen Moskau und Ankara unter anderem wegen des Ukraine-Konflikts angespannt. In dem Telefonat ging es auch um Russlands Forderungen an die Nato, der auch die Türkei angehört.

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Wegen der Sorge, sie könnten gegen pro-russische Rebellen in der Ostukraine eingesetzt werden, hatte Putin vor einem Monat scharfe Kritik an türkischen Lieferungen von Kampfdrohnen an das ukrainische Militär geäußert. Die Türkei wies dies zurück: Ankara könne nicht für den Einsatz türkischer Drohnen durch die Ukraine verantwortlich gemacht werden. Die Verwendung eines türkischen Produktes sei Sache des Erwerberlandes.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu hatte Moskau seinerseits vorgeworfen, "einseitige" Forderungen an die Nato zu stellen. Der Kreml hatte Sicherheitsgarantien von dem transatlantischen Verteidigungsbündnis gefordert. Moskau verlangt, dass die Nato eine erneute Osterweiterung und insbesondere einen Beitritt der Ukraine formell ausschließt und dass die USA auf Militärstützpunkte in Ländern der ehemaligen sowjetischen Einflusssphäre verzichten.

Die USA und ihre Verbündeten wiesen diese Forderungen zurück. Sie dürften aber auch bei dem für den 12. Januar geplanten Nato-Russland-Rat Thema sein.

Hintergrund ist ein massiver russischer Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine. Der Westen befürchtet, Russland könnte das Nachbarland angreifen. Die Regierung in Moskau dementiert jegliche Angriffspläne, weist Kritik an den Truppenbewegungen zurück und wirft seinerseits Kiew und der Nato "Provokationen" vor.

Die Türkei und Russland unterhalten in bestimmten Bereichen durchaus partnerschaftliche Beziehungen, obwohl sie in einigen Fragen wie den Konflikten in Syrien und Libyen gegenläufige oder konkurrierende Interessen verfolgen. Bei den Nato-Partnern sorgte die Türkei für nachhaltige Verärgerung, weil sie trotz ihrer Mitgliedschaft in dem transatlantischen Verteidigungsbündnis das russische Raketenabwehrsystem S-400 kaufte.

In dem Telefonat vom Sonntag ging es laut Kreml auch um die Lage im Kaukasus und die Krisen in Syrien und Libyen. Putin und Erdogan "tauschten Neujahrsgrüße aus, fassten die wichtigsten Ergebnisse der bilateralen Zusammenarbeit zusammen und bekräftigten den Wunsch, die für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft zwischen Russland und der Türkei weiter zu intensivieren", erklärte der Kreml.

Erdogans Büro erklärte, beide Seiten hätten "Schritte zur Verbesserung der türkisch-russischen Beziehungen" erörtert und ihren Wunsch bekräftigt, die Zusammenarbeit "in allen Bereichen" auszubauen.

(U.Stolizkaya--DTZ)

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