Deutsche Tageszeitung - Hinterbliebene fordern zwei Jahre nach Flugzeug-Abschuss im Iran Gerechtigkeit

Hinterbliebene fordern zwei Jahre nach Flugzeug-Abschuss im Iran Gerechtigkeit


Hinterbliebene fordern zwei Jahre nach Flugzeug-Abschuss im Iran Gerechtigkeit
Hinterbliebene fordern zwei Jahre nach Flugzeug-Abschuss im Iran Gerechtigkeit / Foto: ©

Zwei Jahre nach dem versehentlichen Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine durch den Iran haben die Hinterbliebenen Gerechtigkeit für die Opfer gefordert. Familienangehörige der 176 Verstorbenen versammelten sich am Samstag zu einer Gedenkveranstaltung am Absturzort nahe Teheran, wie örtliche Medien berichteten. Sie trugen Bilder der Opfer, legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Dabei skandierten sie "Gerechtigkeit! Wahrheit!", wie Videos in den Online-Netzwerken zeigten.

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Das iranische Staatsfernsehen veröffentlichte ein Interview mit der Mutter einer verstorbenen Passagierin. "Wir haben mehrere Fragen, wer wird sie uns beantworten? Warum wurde der Flug nicht abgesagt? Warum wurde der Marschflugkörper abgefeuert? Wir wissen es nicht und niemand hat es uns erklärt", kritisierte sie das Vorgehen der Behörden.

Bei einer weiteren Veranstaltung, die am Samstag am Flughafen von Teheran stattfand, forderten die Angehörigen eine "faire Untersuchung" des Vorfalls, wie die iranische Nachrichtenagentur Ilna berichtete. Bereits am Freitag hatte auf dem größten Friedhof der Stadt eine Gedenkfeier stattgefunden.

"Wir hoffen, dass der Prozess in diesem Fall bald von der Justiz abgeschlossen wird, damit die Schuldigen ermittelt werden können und das Leid der Hinterbliebenen gelindert wird", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Irna den iranischen Vizepräsidenten Amirhossein Ghasisadeh-Haschemi.

Bei dem Unglück am 8. Januar 2020 waren alle 176 Menschen an Bord der ukrainischen Maschine ums Leben gekommen, darunter 85 Kanadier oder Menschen mit ständigem Wohnsitz in Kanada. Nach tagelangem Leugnen räumte der Iran seine Verantwortung ein. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, die Maschine kurz nach ihrem Abflug von Teheran versehentlich abgeschossen zu haben.

Der Iran hatte kurz vor dem Unglück mit Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak auf die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA geantwortet. Die iranische Raketenabwehr befand sich deshalb wegen befürchteter Gegenangriffe in Alarmbereitschaft. Ein Untersuchungsbericht der iranischen zivilen Luftfahrtorganisation CAO machte ein falsch ausgerichtetes Radarsystem der Flugabwehr für den Abschuss verantwortlich.

(V.Korablyov--DTZ)

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