Deutsche Tageszeitung - Lambrecht besucht Bundeswehr-Soldaten im Irak und Jordanien

Lambrecht besucht Bundeswehr-Soldaten im Irak und Jordanien


Lambrecht besucht Bundeswehr-Soldaten im Irak und Jordanien
Lambrecht besucht Bundeswehr-Soldaten im Irak und Jordanien / Foto: ©

Vor den Beratungen über eine Verlängerung des Bundeswehr-Einsatzes im Irak hat Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) deutsche Soldaten in Bagdad sowie im Kurdengebiet im Norden des Landes besucht. Die Ministerin habe sich "aus erster Hand über die Eindrücke der Soldaten und deren "Aufgaben vor Ort im Einsatz" informiert, teilte ihr Ministerium am Sonntag in Berlin mit. Zugleich sicherte Lambrecht der irakischen Führung die weitere Unterstützung Deutschlands zu.

Textgröße ändern:

Lambrecht hatte am Samstag Jordanien besucht, am Sonntag reiste sie dann weiter in den Irak. Für beide Länder steht demnächst die Bundestagsentscheidung über eine Mandatsverlängerung an.

Bei Gesprächen mit dem militärischen Bundeswehr-Führungspersonal in Bagdad erhielt Lambrecht laut ihrem Ministerium Informationen über aktuelle Entwicklungen der Einsätze "Inherent Resolve" und "Nato Training Mission Iraq". "An der Seite unserer internationalen Partner unterstützen wir den Irak seit 2015", erklärte ihr Ministerium.

In Bagdad traf Lambrecht zudem Regierungschef Mustafa al-Kadhimi sowie ihren irakischen Amtskollegen Dschuma’a Enad. Mit den beiden Politikern habe sie sich über die sicherheitspolitische Lage in der Region, die deutsch-irakische Kooperation sowie das gemeinsame Engagement gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) ausgetauscht.

Auf einer Pressekonferenz versicherte Lambrecht, dass Deutschland den Irak weiter unterstützen werde. Der Kampf gegen den IS sei "keineswegs gewonnen". Es seien zwar schon Erfolge erzielt worden, "aber wir müssen diesen Kampf gemeinsam gewinnen". Sie wolle dem Irak die Zusage geben, "dass wir da gemeinsam auch in Zukunft zusammen arbeiten werden".

Von Bagdad aus reiste Lambrecht weiter zum Bundeswehr-Kontingent Erbil, wo sie ebenfalls mit Soldaten sprach. Zudem beriet sie mit der Führung der kurdischen Regionalregierung über die Sicherheit und Stabilität im Nordirak. Dabei würdigte sie nach Angaben aus Berlin die großen Opfer, welche die kurdischen Kämpfer gegen den IS auf sich genommen hätten. "Der Terror bedroht nicht nur die Region, sondern auch uns in Europa und in Deutschland", sagte Lambrecht.

Lambrecht hatte sofort nach ihrem Amtsantritt angekündigt, alle Auslandseinsätze der Bundeswehr einer genauen Überprüfung zu unterziehen. Unter anderem solle sich noch im Januar das Kabinett mit der Verlängerung des Irak-Mandats befassen. Dabei müssten die Situation vor Ort und die Sicherheit der Bundeswehrangehörigen genau analysiert werden. Auch müsse überprüft werden, wie die irakische Regierung zu dem Einsatz stehe.

Am Samstag hatte Lambrecht einen Luftwaffenstützpunkt in Jordanien besucht und auch dort mit Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unterhalten. Auch in Amman hatte sie zudem Gespräche mit der politischen Führung des Landes geführt.

(M.Dylatov--DTZ)

Empfohlen

Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sieht "weitergehende Pläne" des Kremls über den Krieg gegen die Ukraine hinaus. Die Bundesregierung müsse davon ausgehen, dass zu diesen auch Ansprüche auf Georgien, Moldau und das Baltikum gehören könnten, sagte Wadephul am Montagabend in der ntv-Sendung "Pinar Atalay". "Und damit sind wir dann selbst auch betroffen als Alliierte", fügte er hinzu.

Gouverneur: Mindestens fünf Tote in Charkiw bei russischen Angriffen mit Lenkbomben

Bei russischen Angriffen mit Lenkbomben auf die Stadt Charkiw im Osten der Ukraine sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens fünf Menschen getötet worden. 30 Verletzte seien in Krankenhäusern, erklärte Gouverneur Oleh Synehubow am Montag im Onlinedienst Telegram. Drei von ihnen seien lebensgefährlich verletzt worden.

Merz betont Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für die Sicherheit Deutschlands

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat anlässlich des Besuchs des litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius in Berlin die Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für Deutschland unterstrichen. "Die Sicherheit des Baltikums ist die Sicherheit Deutschlands und die Sicherheit von Berlin wird auch in Vilnius verteidigt", sagte Merz am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sinkevicius im Bundeskanzleramt.

In Ungnade gefallener Top-Republikaner Dennis Hastert stirbt 84-jährig

Er galt einst als einer der mächtigsten Politiker in Washington und musste später im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Jungen ins Gefängnis - nun ist der frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in seinem Haus im Großraum von Chicago "eines natürlichen Todes", wie die Behörden im Bundesstaat Illinois am Montag mitteilten.

Textgröße ändern: