Deutsche Tageszeitung - Russischer Wissenschaftler ab 17. Februar wegen Spionage in München vor Gericht

Russischer Wissenschaftler ab 17. Februar wegen Spionage in München vor Gericht


Russischer Wissenschaftler ab 17. Februar wegen Spionage in München vor Gericht
Russischer Wissenschaftler ab 17. Februar wegen Spionage in München vor Gericht / Foto: ©

Ein wegen Spionage für Moskau angeklagter russischer Wissenschaftler muss sich ab dem 17. Februar in München vor Gericht verantworten. Das Oberlandesgericht München ließ die Anklage des Generalbundesanwalts gegen Ilnur N. in vollem Umfang zu, wie das Gericht am Donnerstag mitteilte. Es setzte zunächst zwölf Verhandlungstage für die Hauptverhandlung an.

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N. hatte bis zu seiner Festnahme an der Universität Augsburg gearbeitet. Er soll Informationen zu Forschungsprojekten aus dem Bereich Luft- und Raumfahrttechnologie an einen russischen Auslandsgeheimdienst weitergegeben haben.

Konkret ging es der Anklage zufolge um Informationen zu den verschiedenen Entwicklungsstufen der europäischen Trägerrakete Ariane. Im Gegenzug erhielt der Angeschuldigte Bargeld in Höhe von insgesamt 2500 Euro. Die Anklage lautet auf mutmaßliche geheimdienstliche Agententätigkeit.

N. sitzt seit Juni vergangenen Jahres in Untersuchungshaft. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter in Augsburg. Spätestens im Herbst 2019 nahm der russische Auslandsgeheimdienst SWR laut Bundesanwaltschaft Kontakt zu dem Angeschuldigten auf, in dessen Folge sich N. zu einer geheimdienstlichen Zusammenarbeit bereit erklärte.

Der Geheimdienst war vor allem an den verschiedenen Entwicklungsstufen der Ariane-Rakete und der Werkstoffforschung des Angeschuldigten interessiert. Ab Ende November 2019 kam es laut Bundesanwaltschaft zu regelmäßigen Treffen zwischen N. und dem in Deutschland stationierten Führungsoffizier des russischen Auslandsgeheimdiensts, bei denen er Informationen preisgegeben habe.

(M.Dylatov--DTZ)

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