Deutsche Tageszeitung - Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf geht in die heiße Phase

Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf geht in die heiße Phase


Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf geht in die heiße Phase
Frankreichs Präsidentschaftswahlkampf geht in die heiße Phase / Foto: ©

In Frankreich geht der Wahlkampf in die heiße Phase. Am Freitag um 18.00 Uhr endete die Frist für die Kandidaten, um die nötigen 500 Unterschriften von Bürgermeistern und Abgeordneten zu sammeln. Der Staatsrat wird die Liste der Kandidaten am Montag veröffentlichen. Vier Kandidatinnen und voraussichtlich acht Kandidaten treten bei der Wahl am 10. und 24. April an. Amtsinhaber Emmanuel Macron gilt als Favorit.

Textgröße ändern:

Macron hatte erst am Donnerstag Abend seine Kandidatur mit einem knappen Brief an die Franzosen erklärt. Darin hatte er auch erwähnt, dass der Wahlkampf wegen der aktuellen Umstände nicht so laufen werde wie ursprünglich geplant. "Er wird sicher Auftritte geben, aber dieser Wahlkampf wird anders als alle anderen", sagte auch der Chef der Regierungspartei LREM, Stanislas Guerini, dem Sender France 2.

Eine erste für Samstag geplante Wahlkampfveranstaltung wurde schon verschoben, möglicherweise auf den 12. März, gleich im Anschluss an einen informellen EU-Gipfel in Versailles.

Nach einer Umfrage des BVA-Instituts von Freitag liegt Macron mit 29 Prozent deutlich vorn. In den vergangenen zwei Wochen hat er demnach fünf Punkte dazugewonnen, was die Meinungsforscher mit seiner prominenten Rolle in der Ukraine-Krise und seinem Auftreten als Beschützer der Nation erklären.

Auf Platz zwei liegt mit 16 Prozent die Rechtspopulistin Marine Le Pen, die seit Beginn des Ukraine-Kriegs wegen ihrer Verbindungen nach Russland in den Umfragen absackt. Der rechtsextreme Politiker Eric Zemmour und die rechtskonservative Kandidatin Valérie Pécresse liegen mit 13 Prozent gleichauf. Es scheint nicht ausgeschlossen, dass der eine oder die andere Le Pen noch überholen könnte.

Das linke Lager ist stark zersplittert. Der Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon erreicht mit elf Prozent als einziger einen zweistelligen Wert. Unklar war bis zuletzt, ob der linksradikale Kandidat Philippe Poutou die erforderlichen 500 Unterschriften zusammenbekommt. Nach eigenen Angaben erreichte er aber am Freitag diese Zielmarke, auch wenn dies "noch nicht offiziell" bestätigt worden sei.

Macron verspricht im Fall eines Wahlsiegs mehr Geld für Lehrer, mehr Ärzte auf dem Land und Investitionen in erneuerbare Energien und Atomkraft. Frankreich solle das erste Land werden, das sich von Gas, Öl und Kohle unabhängig macht.

(U.Beriyev--DTZ)

Empfohlen

Lobeshymne auf den Präsidenten: Trump-Sprecherin Zacharia absolviert ersten Auftritt

Mit einer Lobeshymne auf den "energiegeladenen" US-Präsidenten und seine "unglaubliche Agenda" hat die neue Sprecherin von Donald Trump, Katie Zacharia, ihr Debüt im Presseraum des Weißen Hauses gegeben. Ihr erster Auftritt an dem berühmten Rednerpult begann am Dienstag mit dem auffallend langsamen Vorlesen einer langen Liste der Errungenschaften des 80-jährigen Rechtspopulisten. Zu der sonst üblichen langen Fragerunde in dem voll besetzten Raum kam es dagegen nicht.

Nach Bas-Rücktritt: Mahnende Worte Steinmeiers bei Ernennung von Nachfolger Schweitzer

Nach dem Rücktritt von Bärbel Bas hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den SPD-Politiker Alexander Schweitzer zum neuen Arbeits- und Sozialminister ernannt. Steinmeier überreichte dem früheren rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten am Dienstagnachmittag in Berlin seine Ernennungsurkunde. In Anwesenheit von Kanzler Friedrich Merz (CDU) richtete Steinmeier dabei mahnende Worte an die gesamte Regierung.

Proteste in Frankreich: Erneut mehr als hunderttausend Schüler und Studenten auf der Straße

Im Zuge ihrer anhaltenden Proteste sind in Frankreich erneut mehr als hunderttausend Schüler und Studenten auf die Straße gegangen, um für bessere Lern- und Studienbedingungen zu demonstrieren. Die Veranstalter meldeten am Dienstag landesweit 480.000 Teilnehmer, die Polizei sprach von 162.000. Am Vormittag unterstützte überraschend die schwedische Aktivistin Greta Thunberg in der Vorstadt Saint-Denis die Schülerproteste. An mehreren Orten kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Vier Festnahmen in Deutschland nach Brand in Starlink-Station in Polen

Knapp drei Wochen nach einem Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen sind in Deutschland insgesamt vier Verdächtige festgenommen worden. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart bestätigte am Dienstag die Festnahme von zwei türkischen Staatsangehörigen in der Nähe des Bahnhofs von Nürtingen, die der polnische Ministerpräsident Donald Tusk am Montag bekanntgegeben hatte. Die beiden Männer seien am Dienstag dem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Der polnische Radiosender RMF FM berichtete derweil von zwei weiteren Festnahmen.

Textgröße ändern: