Deutsche Tageszeitung - Peking leistet Russland nach eigenen Angaben keine militärische Unterstützung

Peking leistet Russland nach eigenen Angaben keine militärische Unterstützung


Peking leistet Russland nach eigenen Angaben keine militärische Unterstützung
Peking leistet Russland nach eigenen Angaben keine militärische Unterstützung

China stellt Moskau nach eigenen Angaben keine militärische Unterstützung für den russischen Angriffskrieg in der Ukraine bereit. "Es gibt Falschinformationen, dass China Russland militärische Hilfe leistet. Wir weisen sie zurück", sagte der chinesische Botschafter in den USA, Qin Gang, am Sonntag dem Fernsehsender CBS. "China schickt Lebensmittel, Medikamente, Schlafsäcke und Milchpulver - keine Waffen oder Munition an die Konflikt-Parteien."

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Peking werde "alles tun, was in unserer Macht steht, um eine Deeskalation zu erreichen", sagte er weiter. Der Botschafter vermied es jedoch bewusst, eine Aussage über die künftige Haltung seines Landes in dem Konflikt zu machen.

China steht unter starkem Druck seitens der Vereinigten Staaten und ihrer europäischen Verbündeten, sich von Moskau zu distanzieren. US-Präsident Joe Biden warnte Chinas Staatschef Xi Jinping am Freitag vor einer Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg.

China ist gut drei Wochen nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine immer noch nicht zu deutlicher Kritik am Kreml bereit. Die Regierung in Peking weigert sich bislang, das Vorgehen des russischen Staatschefs Wladimir Putin zu verurteilen oder die Invasion als Krieg zu bezeichnen.

Botschafter Qin Gang verteidigte Pekings Position am Sonntag. "Eine Verurteilung löst das Problem nicht. Ich wäre überrascht, wenn Russland aufgrund von Verurteilungen einen Rückzieher machen würde", sagte der Diplomat.

Auf die Frage, ob Xi Jinping den russischen Präsidenten Wladimir Putin aufgefordert habe, den Angriff auf die Ukraine zu beenden, antwortete Qin Gang: "Am zweiten Tag der russischen Militäroperation hat Präsident Xi mit Staatschef Putin gesprochen und ihn gebeten, über eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche nachzudenken."

(B.Izyumov--DTZ)

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