Deutsche Tageszeitung - Internationale Verpflichtung zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in der Ukraine

Internationale Verpflichtung zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in der Ukraine


Internationale Verpflichtung zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in der Ukraine
Internationale Verpflichtung zur Verfolgung von Kriegsverbrechen in der Ukraine / Foto: © AFP

Mehrere Länder und UN-Organisationen haben sich bei einem informellen Treffen des UN-Sicherheitsrats öffentlich verpflichtet, den Opfern mutmaßlicher Kriegsverbrechen in der Ukraine Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. "Die Täter müssen und werden zur Rechenschaft gezogen werden", versprach die albanische Außenministerin Olta Xhacka am Mittwoch im Einklang mit verbündeten Regierungen, darunter den USA und Frankreich.

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Die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, Michelle Bachelet, betonte, dass die Opfer und ihre Familien "wirksame Wiedergutmachung für den erlittenen Schaden und die Tragödie erhalten müssen". Sie erklärte, dass ihre Dienststellen bislang "die Fälle von 5.939 zivilen Opfern dokumentiert und überprüft haben, darunter 2.787 Tote und 3.152 Verletzte". "Die tatsächlichen Zahlen sind erheblich höher", fügte sie hinzu. Demnach sind die meisten Toten und Verletzten Opfer von "Beschuss durch schwere Artillerie, Raketen und Luftangriffen in bevölkerten Gebieten".

Die Generalstaatsanwältin der Ukraine, Iryna Wenediktowa, berichtete, dass ihre Behörde mehr als 8.000 Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Kriegsrecht eingeleitet habe. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan, verwies auf die Rekordzahl von 43 Ländern, die seine Institution mit der Untersuchung der Situation in der Ukraine beauftragt haben.

Der Westen und Menschenrechtsorganisationen beschuldigen vor allem die russischen Streitkräfte schwerer Kriegsverbrechen, beispielsweise der willkürlichen Tötung von Zivilisten oder Vergewaltigungen. Russland beschuldigte seinerseits die Ukraine, Gräueltaten begangen zu haben.

Die Anwältin Amal Clooney, Ehefrau von US-Schauspieler George Clooney, warnte vor leeeren Versprechungen von "Politikern, die Gerechtigkeit fordern, ohne sie zu geben". Clooneys "Befürchtung ist, dass Sie sich abwenden werden", sagte sie an die Adresse der internationalen Vertreter, und "dass die Ukraine am Ende allein die Urheber dieser Gräueltaten verfolgen wird".

Die internationale Gemeinschaft forderte sie auf, "nicht zuzulassen, dass dies geschieht". UN-Mitglieder sollten Kriegsverbrechern zudem keinen Unterschlupf gewähren und Verdächtige festnehmen. Clooney forderte auch Milliarden für den Wiederaufbau der Ukraine.

(W.Budayev--DTZ)

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