Deutsche Tageszeitung - Keine Kürzung von Heimentgelt wegen Coronapandemie

Keine Kürzung von Heimentgelt wegen Coronapandemie


Keine Kürzung von Heimentgelt wegen Coronapandemie
Keine Kürzung von Heimentgelt wegen Coronapandemie / Foto: © AFP/Archiv

Die coronabedingte Beschränkung der Besuchs- und Ausgangsregeln in Heimen rechtfertigt keine Kürzung des vertraglich vereinbarten Heimentgelts. Ein Festhalten am unveränderten Vertrag war den Heimbewohnern zumutbar, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe in einem am Mittwoch bekanntgegebenen Beschluss entschied. (Az: III ZR 240/21)

Textgröße ändern:

Danach muss eine Frau aus Bayern 8877 Euro Heimkosten nachzahlen. Wegen der Coronapandemie verließ sie ihr Pflegeheim und zog im März 2020 zu ihrem Sohn. Ihr Heimzimmer räumte sie nicht, zahlte dafür aber nur knapp 400 Euro monatlich. Ihren Pflegevertrag kündigte sie zu Ende August 2020. Mit dem Heimträger stritt sie über die bis dahin aufgelaufenen weiteren Kosten.

Hierzu entschied nun der BGH, dass die Coronapandemie kein Grund war, das Heimentgelt zu mindern. Kernleistungen des Vertrags seien das Zimmer sowie bestimmten Pflege- und Betreuungsleistungen gewesen. Diese konnten "trotz pandemiebedingt hoheitlich angeordneter Besuchs- und Ausgangsbeschränkungen weiterhin in vollem Umfang erbracht werden".

Daher habe sich die Geschäftsgrundlage für den Pflegevertrag durch diese Beschränkungen "nicht schwerwiegend geändert", betonten die Karlsruher Richter. Sie hätten dem Gesundheitsschutz der Bewohner und Beschäftigten der Heime gedient, "ohne den Vertragszweck infrage zu stellen".

Kontaktbeschränkungen habe es zudem auch außerhalb der Heime für die gesamte Gesellschaft gegeben. Vor diesem Hintergrund sei es der Heimbewohnerin zumutbar gewesen, "unverändert" an ihrem Pflegevertrag festzuhalten, entschied der BGH.

(W.Novokshonov--DTZ)

Empfohlen

Vor Parlamentswahl in Serbien: Zehntausende Anhänger der demonstrieren in Belgrad

Drei Tage vor der Parlamentswahl in Serbien haben in dem Balkanstaat zehntausende Anhänger der Opposition für ein Ende der Regierung von Präsident Aleksandar Vucic demonstriert. Die Anhänger der Studentenliste zogen am Donnerstagabend durch die Straßen von Belgrad und versammelten sich schließlich auf dem Salvija-Platz der Hauptstadt. Nach Angaben des unabhängigen Gruppe Archiv öffentlicher Versammlungen nahmen rund 150.000 Menschen an der Kundgebung teil.

Vor Gouverneurswahlen: Trump lobt Schmähvideo gegen Demokratin

Vor den Kongress- und Gouverneurswahlen in den USA am 3. November sorgt ein Schmähvideo der Republikaner für Empörung. US-Präsident Donald Trump sprang am Donnerstag dem Gouverneurskandidaten Vivek Ramaswamy im Bundesstaat Ohio bei, dem selbst Republikaner eine Schmutzkampagne gegen seine demokratische Konkurrentin Amy Acton vorwerfen. Sie war als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs.

Kanada und Türkei nehmen Gespräche über Freihandelsabkommen auf

Das sich in einem Handelsstreit mit den USA befindliche Kanada hat Gespräche mit der Türkei über ein Freihandelsabkommen aufgenommen. "Wir haben beschlossen, noch vor Jahresende Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen aufzunehmen, das eine Ausweitung des Handels und der Investitionen vorsieht", erklärte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bei einem Besuch des kanadischen Premiers Mark Carney in Ankara am Donnerstag vor Journalisten.

Milliardenklage gegen die BBC: Trump soll unter Eid aussagen

US-Präsident Donald Trump hat die BBC wegen Verleumdung auf eine Entschädigung in Milliardenhöhe verklagt, doch bisher verweigert er eine Aussage unter Eid - nun hat eine Richterin im Bundesstaat Florida Trump dafür eine Frist bis zum 11. Dezember gesetzt.

Textgröße ändern: