Deutsche Tageszeitung - CDU-Politiker Günther als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein wiedergewählt

CDU-Politiker Günther als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein wiedergewählt


CDU-Politiker Günther als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein wiedergewählt
CDU-Politiker Günther als Ministerpräsident von Schleswig-Holstein wiedergewählt / Foto: © AFP/Archiv

Gut sieben Wochen nach der Wahl in Schleswig-Holstein ist der CDU-Politiker Daniel Günther an der Spitze einer schwarz-grünen Koalition als Ministerpräsident im Amt bestätigt worden. Im Kieler Landtag stimmten am Mittwoch 47 von 66 anwesenden Abgeordneten in geheimer Wahl für den 48-Jährigen.

Textgröße ändern:

Drei Parlamentarier fehlten laut Mitteilung des Landtagspräsidiums am Mittwoch krankheitsbedingt, davon ein Abgeordneter der CDU. CDU und Grüne verfügen regulär über 48 Sitze im Landtag. Davon entfallen allein 34 auf die Christdemokraten, 14 stellen die Grünen. Die Wahl zum Regierungschef erforderte die absolute Mehrheit der Stimmen, diese liegt bei 35 Stimmen.

Günther regiert bereits seit 2017, bislang allerdings an der Spitze einer Dreierkoalition mit Grünen und FDP. Nach der Landtagswahl vom 8. Mai scheiterten erste Sondierungsgespräche über eine von der CDU trotz der veränderten Mehrheitsverhältnisse angestrebte Neuauflage dieses Jamaika-Bündnisses. Die CDU entschied, mit den Grünen über eine Zweierkoalition zu verhandeln. Die Gespräche wurden in der vergangenen Woche erfolgreich abgeschlossen. Parteitage billigten den Koalitionsvertrag am Montag.

Die CDU hatte die Wahl mit 43,4 Prozent mit klarem Abstand gewonnen und ihr bestes Ergebnis seit Jahrzehnten eingefahren. Die Grünen wurden mit 18,3 Prozent zweitstärkste Kraft vor der SPD. Zusammen haben CDU und Grüne, die in ihrem Koalitionsvertrag einen Schwerpunkt auf Klimaschutz und Energiewende legen, im Landtag damit sogar eine Zweidrittelmehrheit.

Nach der Abstimmung im Landesparlament war am Mittwoch in Kiel noch die Vereidigung des neuen Kabinetts und dessen Konstituierung geplant. Von acht Fachministerinnen und -ministern stellt die CDU fünf, die Grünen stellen drei. Eine Regierungserklärung Günthers im Landtag war nicht geplant. Sie soll erst nach der parlamentarischen Sommerpause und einer ersten Strategieberatung der neuen Landesregierung folgen.

(L.Barsayjeva--DTZ)

Empfohlen

Knappes Rennen und Richtungsentscheidung: Stichwahl um Präsidentenamt in Brasilien

Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt treffen die Brasilianer am Sonntag eine Richtungsentscheidung. Die rund 160 Millionen Wahlberechtigten in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft sind aufgerufen, dem 80 Jahre alten linksgerichteten Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva eine weitere Amtszeit zu gewähren oder ihn durch Flávio Bolsonaro, Sohn des rechtsextremen Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro, zu ersetzen. Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus, die Wahllokale schließen um 21.00 Uhr MEZ.

Hunderttausende bei neuen Protesten in Frankreich - mehr als 1300 Festnahmen

Eine Woche nach den Gewaltausbrüchen am Rande von Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem sind in Frankreich erneut hunderttausende Menschen auf die Straße gegangen - trotz Einschränkungen seitens der Behörden. Das Innenministerium sprach am Sonntag von landesweit 410.000 Teilnehmern, die Gewerkschaft CGT von fast 800.000. Laut Innenminister Laurent Nuñezkam es erneut zu Ausschreitungen. Mehr als 1300 Menschen wurden festgenommen.

Vergesellschaftungen: Dobrindt legt Eckpunkte für Investitionsschutzgesetz vor

Das geplante Investitionsschutzgesetz der Bundesregierung sieht hohe Hürden für Vergesellschaftungen vor. Das Bundesinnenministerium legte dazu am Sonntag Eckpunkte vor, nach denen eine Vergesellschaftung von Mietwohnungen nur möglich sein soll, wenn deren Notwendigkeit ausdrücklich nachgewiesen wird. Linken-Ko-Chef Luigi Pantisano äußerte die Erwartung, dass ein solches Gesetz vor dem Bundesverfassungsgericht keinen Bestand haben werde.

Polizei in Portugal räumt abermals Protestlager gegen Wohnungsnot

Die portugiesische Polizei hat nach eigenen Angaben abermals Protestlager gegen die Wohnungsnot in den Städten Lissabon und Porto geräumt. Sie sei am frühen Morgen eingeschritten, "um diese illegalen Lager aufzulösen", teilte die Polizei am Sonntag im Onlinedienst X mit. "Als der Dialog endete, führte der Einsatz zu 31 Festnahmen wegen Ungehorsams", hieß es weiter. Die Organisatoren der Protestlager prangerten eine unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Beamten an.

Textgröße ändern: