Deutsche Tageszeitung - Russland und die Ukraine machen sich erneut gegenseitig für Akw-Beschuss verantwortlich

Russland und die Ukraine machen sich erneut gegenseitig für Akw-Beschuss verantwortlich


Russland und die Ukraine machen sich erneut gegenseitig für Akw-Beschuss verantwortlich
Russland und die Ukraine machen sich erneut gegenseitig für Akw-Beschuss verantwortlich / Foto: © AFP/Archiv

Russland und die Ukraine haben sich vor dem UN-Sicherheitsrat erneut gegenseitig für den Beschuss des von der russischen Armee besetzten Atomkraftwerks Saporischschja im Süden der Ukraine verantwortlich gemacht. Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia warf der Ukraine am Dienstag bei einer Sicherheitsratssitzung in New York vor, das Gebiet des Akw "weiterhin praktisch jeden Tag" zu beschießen. Das würde das "reale Risiko eines radioaktiven Unfalls mit katastrophalen Folgen für den gesamten europäischen Kontinent" bergen.

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Die westlichen Staaten rief Nebensia auf, die Ukraine nicht mehr in Schutz zu nehmen. "Wir haben den Eindruck, dass unsere Kollegen in einer Parallelwelt leben, in der die russische Armee selbst den Ort bombardiert, den sie beschützt."

Der ukrainische UN-Botschafter Sergej Kyslyzja wies die russischen Angaben entschieden zurück. "Niemand kann sich vorstellen, dass die Ukraine ein Atomkraftwerk ins Visier nehmen und damit ein riesiges Risiko einer Atomkatastrophe auf ihrem eigenen Territorium schaffen könnte." Russland wage es, eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu beantragen, um über "seine eigenen Provokationen und seine eigenen terroristischen Handlungen zu diskutieren".

Beide Länder beteuerten zudem erneut, sie seien bereit, eine Mission der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zu dem Atomkraftwerk zu lassen. Kyslyzja sagte, es sei "wirklich wichtig", dass die Mission auf eine Weise ausgeführt werde, die es der internationalen Gemeinschaft erlaube, "die echte Situation und nicht ein russisches Theaterstück zu sehen". Der russische Botschafter Nebensia sagte, die IAEA müsse die "Realität der Situation bestätigen".

Die Untergeneralsekretärin der Vereinten Nationen, Rosemary DiCarlo, rief beide Länder auf, "jegliche militärische Aktivität" in der Nähe der Atomanlage einzustellen und eine IAEA-Mission zuzulassen. "Wir rufen die Konfliktparteien ein Mal mehr auf, der IAEA-Mission einen sofortigen, sicheren und uneingeschränkten Zugang zu der Anlage zu gewähren."

Das Atomkraftwerk Saporischschja wird seit März von der russischen Armee besetzt, seit Ende Juli wurde die Anlage wiederholt beschossen. Die Angriffe weckten Befürchtungen einer atomaren Katastrophe am größten Atomkraftwerk Europas. Für den Beschuss machen sich Moskau und Kiew gegenseitig verantwortlich.

(A.Nikiforov--DTZ)

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