Deutsche Tageszeitung - DIW-Expertin Kemfert: Energieversorgung auch ohne Atomkraft gesichert

DIW-Expertin Kemfert: Energieversorgung auch ohne Atomkraft gesichert


DIW-Expertin Kemfert: Energieversorgung auch ohne Atomkraft gesichert
DIW-Expertin Kemfert: Energieversorgung auch ohne Atomkraft gesichert / Foto: © AFP/Archiv

Die Energieexpertin Claudia Kemfert hat vor dem Hintergrund des jüngsten Stresstests zur Energieversorgung im Land von einem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke abgeraten. "Die Energieversorgung in Deutschland ist gesichert, auch ohne Atomkraft", sagte sie der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. Mögliche Versorgungsengpässe würden nicht durch das deutsche Netz, sondern vor allem durch marode Atomkraftwerke in Frankreich verursacht.

Textgröße ändern:

Wie die Expertin vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) der Zeitung weiter sagte, ist die Reservehaltung der Kraftwerke zudem "aufwändig und teuer". Atomkraftwerke seien für die Netzreserve ungeeignet, da sie "nicht mal eben an- und ausgeschaltet werden können". Sie müssten sicherheitstechnisch überprüft werden, außerdem seien Personal und Brennelemente nötig. "Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis", sagte Kemfert der "Rheinischen Post".

Zur Sicherung der Versorgung seien vielmehr unter anderem der Ausbau der Erneuerbaren, mehr Speichermöglichkeiten und eine Ausweitung der Kapazitäten in anderen europäischen Ländern entscheidend.

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Montag bei der Vorstellung der Ergebnisse des Stresstests zur Sicherheit der Energieversorgung unter anderem angekündigt, dass die Kernkraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg noch bis Mitte April 2023 bei Engpässen zur Verfügung stehen sollten. Einen Weiterbetrieb über die Reservehaltung hinaus schloss er aus.

(I.Beryonev--DTZ)

Empfohlen

Neue Proteste in Frankreich - Furcht vor Ausschreitungen

In ganz Frankreich sind für Samstag neue Proteste gegen gestiegene Lebenshaltungskosten und Probleme im Bildungswesen angekündigt. Landesweit sind rund 150 Demonstrationen geplant. Die Behörden befürchten erneut schwere Ausschreitungen und mobilisierten 70.000 Polizisten. Das Umfeld von Innenminister Laurent Nuñez warnt vor "Vorfällen städtischer Gewalt vergleichbar mit jenen am 17. Oktober".

Bundesweite Jugendproteste geplant - Forderung nach bezahlbarem Leben

In bundesweiten Kundgebungen wollen junge Menschen am Samstag für bessere Bildung und ein bezahlbares Leben auf die Straße gehen. In den vier Großstädten Berlin, Köln, Frankfurt und München veranstaltet die Gruppierung "GenZ regelt!" eigene Kundgebungen, in 30 weiteren Städten können sich Interessenten örtlichen Initiativen anschließen. Sie fordern von der Politik ein stärkeres Eintreten für die Belange junger Menschen. Die Veranstalter rufen zur Gewaltfreiheit auf.

Parteitag der Linken in Berlin entscheidet über Koalitionsverhandlungen

Die Berliner Linke will am Samstag (10.00 Uhr) auf einem Parteitag über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD entscheiden. Sollten die Wahlsieger der Linken sich erwartungsgemäß für die Verhandlungen entscheiden, könnten sechs Wochen nach der Wahl die Gespräche über eine rot-grün-rote Regierung beginnen. Grüne und SPD haben bereits für Koalitionsverhandlungen gestimmt.

Trump wettert bei Wahlkampfauftritt in Florida gegen "Kommunisten" bei Demokraten

Wenige Tage vor den US-Kongresswahlen hat Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Florida die Demokraten erneut scharf attackiert. Die Kundgebungen seiner Republikaner hätten nur einen Zweck: zu verhindern, dass bei den sogenannten Midterms "Kommunisten, die Amerika hassen", die Kontrolle über den US-Kongress übernähmen, sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) vor Anhängern in Daytona Beach. Auch mehrere demokratische Kongresskandidaten griff er persönlich an.

Textgröße ändern: