Deutsche Tageszeitung - Städtetag fordert Entlastungen bei Aufnahme von Geflüchteten

Städtetag fordert Entlastungen bei Aufnahme von Geflüchteten


Städtetag fordert Entlastungen bei Aufnahme von Geflüchteten
Städtetag fordert Entlastungen bei Aufnahme von Geflüchteten / Foto: © AFP/Archiv

Der Deutsche Städtetag hat von Bund und Ländern Entlastungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen gefordert. "Die Aufnahmekapazitäten sind vielerorts erschöpft", sagte der Vizepräsident des Städtetags, Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), am Mittwoch in Hannover nach der Sitzung des kommunalen Spitzenverbands. Teilweise müssten Zeltstädte dafür aufgebaut werden. "Wir stehen unvermindert zu humanitärer Hilfe", führte er weiter aus.

Textgröße ändern:

Der Krieg in der Ukraine tobe allerdings weiter. Angesichts sinkender Temperaturen und zerstörter Infrastruktur seien weitere Flüchtlinge zu erwarten. Auch Geflüchtete aus anderen Weltregionen suchten nach wie vor Sicherheit in Deutschland. "Wir wollen niemanden auf der Straße stehen lassen", betonte Jung.

Dafür müssten die Städte allerdings wissen, auf welche Szenarien sie sich einstellen müssten. Er forderte die Bundesregierung dazu auf, ihr Lagebild mit den Kommunen zu teilen. Zudem müsse Deutschland dabei helfen, zerstörte Infrastruktur in der Ukraine wieder aufzubauen.

Die Länder müssten die Plätze in ihren Erstaufnahmeeinrichtungen weiter aufstocken. Die Zahl der Flüchtlinge, die dieses Jahr in Deutschland ankamen, habe die Zahlen von 2015 beziehungsweise 2016 übertroffen. Die vom Bund zugesagten weiteren Mittel zur Versorgung und Unterbringung von Geflüchteten reichten nicht aus, warnte Jung.

Anschläge und andere Taten gegen Geflüchtetenunterkünfte verurteilten die Städte scharf. "Unterkünfte für Geflüchtete in Brand zu setzen oder Menschen anderer Herkunft anzugreifen, ist hinterhältig und verabscheuungswürdig", sagte Jung. Es seien Taten "wider die Menschlichkeit".

Zweites großes Thema des Städtetags war die Energiekrise. Das Gremium forderte Bund und Länder dazu auf, das Krisenmanagement gemeinsam mit den Kommunen voranzutreiben. Städtetagspräsident Markus Lewe (CDU) begrüßte zudem die Einführung der Strom- und Gaspreisbremse zum 1. März und ihre rückwirkende Geltung zum 1. Januar.

Wo Härtefallregeln nicht greifen, müssten die Länder helfen. Zudem bereiteten sich die Städte auf den Ernstfall vor. "Es sieht im Moment so aus, dass wir beim Gas mit Ach und Krach durch den Winter kommen", sagte Lewe, der Oberbürgermeister in Münster ist. Beim Strom müssten sich die Städte auf Ausfälle vorbereiten. Diese könnten wenige Minuten bis mehrere Stunden dauern. Cyberangriffe auf kritische Infrastrukturen seien ebenfalls nicht auszuschließen.

Die im Haushaltsentwurf des Bundes geplante Kürzung des Budgets für das bundesweite Sirenenprogramm bezeichnete Lewe als "unverständlich". Das Krisenbewusstsein in der Bevölkerung müsse wachsen. "Wir haben seit Generationen wenig Erfahrung mit existenziellen Krisen", sagte Lewe. Deshalb müsse Vorsorge wieder eingeübt werden - allerdings ohne panisch zu werden.

(N.Loginovsky--DTZ)

Empfohlen

Hakeem Jeffries übernimmt Führung im US-Repräsentantenhaus und kündigt Korruptionsbekämpfung an

Hakeem Jeffries hat nach dem historischen Erfolg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen die Führung im Repräsentantenhaus übernommen. In seiner Rede forderte er eine harte Linie gegen politische Korruption und betonte, dass die Demokratie wieder an die Spitze zurückgekehrt sei. Mit ihm wird erstmals ein Afroamerikaner das Amt des Sprecherpräsidenten bekleiden.

Merz sagt Selenskyj weitere Ukraine-Hilfe und europäischen Gipfel zu

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Ukraine bei einem Besuch von Präsident Wolodymyr Selenskyj in Berlin weitere Unterstützung zugesagt und einen Gipfel der „Koalition der Willigen“ für die kommende Woche angekündigt. „Die Ukraine kann sich auf Deutschland verlassen.

Trump kündigt Ende des milliardenschweren Israel-Hilfsprogramms an

US-Präsident Donald Trump hat das Aus für ein milliardenschweres Zehn-Jahres-Programm zur Unterstützung der Sicherheit Israels angekündigt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sei mit dem Schritt „einverstanden“, führte aus Trump am Dienstag in einem Telefoninterview mit dem US-Sender „Fox News“.

Russischer Angriff auf Dorf in Saporischschja fordert mindestens 33 Tote

Einen Tag nach dem tödlichen russischen Angriff auf ein Dorf in der Region Saporischschja befürchtet die Ukraine noch über 50 Menschen unter den Trümmern. „Ein einziger Angriff hat 33 Menschen getötet.

Textgröße ändern: