Deutsche Tageszeitung - Rechnungshof rügt Wissing erneut wegen mangelnder Kontrolle der DB

Rechnungshof rügt Wissing erneut wegen mangelnder Kontrolle der DB


Rechnungshof rügt Wissing erneut wegen mangelnder Kontrolle der DB
Rechnungshof rügt Wissing erneut wegen mangelnder Kontrolle der DB / Foto: © AFP

Der Bundesrechnungshof hat erneut das Bundesverkehrsministerium und den amtierenden Minister Volker Wissing (parteilos) wegen mangelnder Kontrolle der Deutschen Bahn (DB) gerügt. Die Steuerung durch den Bund sei "nach wie vor unzureichend", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Vermerk des Rechnungshofes. Die Behörde forderte in insgesamt drei Beratungsberichten, der Bund müsse "endlich" seiner Verantwortung als Eigentümer nachkommen.

Textgröße ändern:

Die von Wissing Mitte 2022 ins Leben gerufene "Steuerungsgruppe Transformation DB AG" hat laut Bericht nicht zu mehr Einfluss auf den Konzern geführt: Die DB AG habe an wichtigen Stellen freie Hand; sie setze sich an entscheidenden Stellen gegen den Bund durch, ergab die Prüfung des Rechnungshofes. Die fachlichen Vorschläge der Steuerungsgruppe werden demnach unzureichend umgesetzt – "nicht zuletzt aufgrund fehlender Unterstützung durch die Hausleitung" des Ministeriums.

Der Bund ist alleiniger Eigentümer der DB AG - bei fast der Hälfte der finanziell bedeutsamen DB-Gesellschaften besitzt der Bund aber kein Mandat im jeweiligen Aufsichtsrat, wie der Rechnungshof kritisierte. Bei zwei dieser Gesellschaften gibt es demnach sogar keinen Aufsichtsrat.

Selbst wenn der Bund Aufsichtsratsmandate wahrnehme, liege sein Stimmenanteil bei maximal 17 Prozent. "Das sichert keinen ausreichenden Einfluss des Bundes auf die Tochter- und Enkelgesellschaften der DB AG."

Der Rechnungshof monierte, dass sich die wirtschaftliche Lage der DB weiter verschlechtert habe. Mit 2,4 Milliarden Euro fuhr der Konzern 2023 den zweithöchsten Verlust seit der Bahnreform 1994 ein. Trotz gegenteiliger Prognosen der Bahn habe sich dieser Abwärtstrend im ersten Halbjahr 2024 fortgesetzt.

Der Vorstand der Bahn hatte im September einen vom Bundesverkehrsminister eingeforderten Sanierungsplan vorgelegt. Wissing hatte neben mehr Pünktlichkeit vor allem auch eine gesteigerte Wirtschaftlichkeit des Bahnkonzerns etwa über Einsparungen beim Verwaltungspersonal des Konzerns gefordert.

(V.Korablyov--DTZ)

Empfohlen

Positionspapier: AfD-Bundestagsfraktion will Nord-Stream-Pipeline reaktivieren

Die AfD will die russische Erdgasleitung Nord Stream reaktivieren. In einem Positionspapier der in Cottbus tagenden AfD-Bundestagsfraktion heißt es, "wir werden die Versorgung mit Gas und Öl im deutschen Interesse weiter diversifizieren, neue Importabhängigkeiten vermeiden und die Inbetriebnahme vorhandener Lieferwege wie der Nord-Stream-Pipeline ermöglichen." Das Papier lag der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vor.

Höhere Freibeträge: AfD-Fraktion will grundlegende Steuerreform

Die AfD-Bundestagsfraktion hat sich für eine grundlegende Steuerreform und damit verbundene Senkungen ausgesprochen. In einem auf der Klausurtagung in Cottbus beschlossenen Positionspapier heißt es, Deutschland habe "eine der höchsten Steuer- und Abgabenquoten weltweit". Das hemme Konsum, Investitionen und Beschäftigung im Land.

Chef der Jungen Union fordert Rückkehr zur Wehrpflicht zum kommenden Januar

Der Chef der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, hat eine Rückkehr zur Wehrpflicht bereits zum Januar kommenden Jahres gefordert. "Wir diskutieren seit Jahren, dass der Bundeswehr zehntausende Soldaten fehlen", sagte er den Funke-Zeitungen vom Sonntag. "Ich glaube kaum, dass wir Putin damit beeindrucken, indem wir nun Fragebögen durch das Land schicken und mit einem irren bürokratischen Aufwand auswerten", sagte er mit Blick auf den Kreml-Chef.

Peking verspricht bei Besuch von Taiwans Oppositionsführerin intensiveren Austausch

Peking hat bei einem historischen Besuch der taiwanischen Oppositionsführerin Cheng Li-wun mehrere Maßnahmen für einen intensiveren Austausch mit der Inselrepublik zugesagt. Eine "vollständige Wiederaufnahme" von Direktflügen zwischen China und Taiwan, die Zulassung ausgewählter taiwanischer Filme und Serien in der Volksrepublik sowie acht weitere Maßnahmen sollten "die friedliche Entwicklung der Beziehungen über die Taiwanstraße hinweg" fördern, berichtete die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag kurz vor der geplanten Abreise der taiwanischen Oppositionsführerin.

Textgröße ändern: