Deutsche Tageszeitung - Italiens Flüchtlingspolitik: Ärzte ohne Grenzen stellt Rettung von Migranten ein

Italiens Flüchtlingspolitik: Ärzte ohne Grenzen stellt Rettung von Migranten ein


Italiens Flüchtlingspolitik: Ärzte ohne Grenzen stellt Rettung von Migranten ein
Italiens Flüchtlingspolitik: Ärzte ohne Grenzen stellt Rettung von Migranten ein / Foto: © AFP/Archiv

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen stellt ihre Rettungseinsätze für Migranten im zentralen Mittelmeer ein. Grund sei, dass die "Gesetze und die Politik Italiens" die Weiterführung des derzeitigen Modells "unmöglich machen", erklärte die Organisation am Freitag. Das Rettungsschiff der Organisation, die "Geo Barents", sei in den vergangenen zwei Jahren vier Mal von den italienischen Behörden festgesetzt worden und habe insgesamt 160 Tage im Hafen liegend verbringen müssen.

Textgröße ändern:

"Diese Sanktionen, die lediglich dazu dienten, das Schiff dafür zu bestrafen, dass es seiner humanitären und gesetzlichen Pflicht zur Rettung von Leben auf hoher See nachgekommen ist", gehen den Angaben zufolge auf verschiedene Dekrete der Regierung unter der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zurück, die den Kampf gegen illegale Einwanderung zur Priorität erklärt hat.

"Im Dezember 2024 hat Italien die Strafen weiter verschärft und die Beschlagnahmung von Rettungsschiffen erleichtert und beschleunigt", erklärte die NGO.

Die Bestimmung der italienischen Behörden, die geretteten Migranten in weit entfernte Häfen, häufig im Norden des Landes zu bringen, habe die Möglichkeiten der "Geo Barents", Leben zu retten und in den Gebieten präsent zu sein, wo sie gebraucht wird, weiter verringert, erklärte Ärzte ohne Grenzen.

So hätten die Behörden etwa im Juni 2023 das Schiff mit Platz für 600 Passagiere in den weit entfernten nördlichen Hafen La Spezia geschickt, um dort 13 Flüchtlinge an Land zu bringen. Die "Geo Barents" habe dafür mehr als 1000 Kilometer Strecke zurücklegen müssen - obwohl viele andere Häfen näher gewesen wären.

Gleichzeitig erklärte die Organisation, sie wolle "so bald wie möglich" wieder Such- und Rettungsaktionen "auf einer der tödlichsten Migrationsrouten der Welt ausführen".

(B.Izyumov--DTZ)

Empfohlen

Nach tödlichem Angriff: Israelische Armee startet Großoffensive im Westjordanland

Nach dem Tod von zwei Soldaten bei einem Angriff bewaffneter Palästinenser hat die israelische Armee eine Großoffensive im besetzten Westjordanland gestartet. "Anti-Terror-Einsätze" seien an Dutzenden Orten im Gange, hieß es am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung der israelischen Armee und des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet. Sicherheitskräfte durchsuchten im Raum Hebron Ziele und befragten Verdächtige, um "terroristische Infrastruktur zu lokalisieren und zu zerschlagen".

Proteste erwartet: Frankreichs Rechtspopulisten treffen sich zu Parteitag in Orléans

Frankreichs Rechtspopulisten kommen am Wochenende zu einem Parteitag in Orléans zusammen. Der Chef des Rassemblement National (RN), Jordan Bardella, stellt sich am Samstag ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl. Am Sonntag steht eine Rede von RN-Fraktionschefin Marine Le Pen auf dem Programm. Mit dem Auftritt vor rund 10.000 Anhängern will sie offiziell ihren Präsidentschaftswahlkampf eröffnen. Sechs Monate vor der Wahl liegt Le Pan in Umfragen derzeit weit vorn.

Eine Woche nach Ausschreitungen: Neue landesweite Proteste in Frankreich

Eine Woche nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Frankreich finden am Samstag neue landesweite Proteste statt. Nach Angaben des Innenministeriums werden rund 70.000 Sicherheitskräfte im Einsatz sein. Für die Demonstrationen gelten strenge Auflagen, in Paris wurde nur ein Protestmarsch genehmigt, dessen Route verkürzt wurde. Die Behörden in Lyon haben Demonstrationen im Stadtzentrum untersagt. In Marseille darf nur eine Gewerkschaftskundgebung stattfinden.

Betrug mit Kryptowährung: Verfahren gegen Argentiniens Staatschef Milei eingestellt

In Argentinien ist das Strafverfahren gegen Präsident Javier Milei und seine Schwester im Zusammenhang mit einem groß angelegten Kryptowährungsbetrug eingestellt worden. "Die gemeldeten Ereignisse stellen keine Straftat dar", entschied der Richter Marcelo Martínez de Giorgi in einem Urteil, das von der Nachrichtenagentur AFP am Freitag eingesehen wurde.

Textgröße ändern: