Deutsche Tageszeitung - Gysi: Mit Direktmandaten wird Linke Einzug in den Bundestag schaffen

Gysi: Mit Direktmandaten wird Linke Einzug in den Bundestag schaffen


Gysi: Mit Direktmandaten wird Linke Einzug in den Bundestag schaffen
Gysi: Mit Direktmandaten wird Linke Einzug in den Bundestag schaffen / Foto: © SID/Archiv

Der Linken-Politiker Gregor Gysi hat die sogenannte Mission Silberlocke als reelle Chance verteidigt, um der Partei den Wiedereinzug in den Bundestag zu ermöglichen. 2021 sei die Linke mit drei Direktmandaten in das Parlament eingezogen und "das muss und wird uns dieses Mal auch gelingen", sagte er am Samstag beim Bundesparteitag der Linkspartei in Berlin.

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Gysi und die altgedienten Kollegen Dietmar Bartsch und Bodo Ramelow treten als Direktkandidaten an, um ihre Partei im Parlament zu halten. Ihr Vorhaben tauften sie "Mission Silberlocke".

Derzeit liegt die Linke in Umfragen unter der nötigen Fünf-Prozent-Hürde, sie könnte aber auch dann in der Stärke ihres Zweistimmenergebnisses in den Bundestag einziehen, wenn sie mindestens drei Direktmandate gewinnt. Mit dem Vorsitzenden der Linken im Bundestag, Sören Pellmann, in Leipzig und Parteichefin Ines Schwerdtner in Berlin-Lichtenberg gebe es weitere gute Aussichten auf ein Direktmandat, betonte Bartsch am Samstag.

Gysi sagte in seiner Rede außerdem, die Linke werde im Bundestag gebraucht, damit es nicht nur noch "Diskussionen zwischen Mitte und rechtsaußen" gebe, "das ist zu wenig". Es sei daher vor allem im Interesse der Gesellschaft, dass die Linke wieder in den Bundestag einziehe, damit es breite Debatten gebe.

Das betreffe ganz explizit auch die "Gleichstellung zwischen Ost und West", so Gysi. "Der Osten war das Stiefkind aller bisherigen Bundesregierungen", ergänzte er. Ohne die Linke sehe er keine Chance, dass sich das ändere. Oft sei etwa in der Vergangenheit die DDR auf Staatssicherheit und Mauertote reduziert worden. "Aber sie haben sich für das Leben in der DDR nie interessiert."

Diese Demütigung sitze tief und es werde "Zeit, dass sich eine Bundesregierung dafür mal entschuldigt", sagte Gysi. Das würde einen "Schub in Richtung innere Einheit" bedeuten. Noch immer gebe es große Unterschiede zwischen Ost und West, etwa bei den Renten und Löhnen sowie beim Eigentum und dem Thema Führungskräfte, das dürfe nicht so bleiben.

(T.W.Lukyanenko--DTZ)

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