Deutsche Tageszeitung - IAEA-Chef Grossi verlangt vom Iran Aufklärung über Tunnel nahe Atomanlage

IAEA-Chef Grossi verlangt vom Iran Aufklärung über Tunnel nahe Atomanlage


IAEA-Chef Grossi verlangt vom Iran Aufklärung über Tunnel nahe Atomanlage
IAEA-Chef Grossi verlangt vom Iran Aufklärung über Tunnel nahe Atomanlage / Foto: © AFP/Archiv

Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, verlangt vom Iran Aufklärung über den Bau von Tunneln rund um eine Atomanlage. Er habe dieses Thema mit Teheran "wiederholt" angesprochen und werde dies auch "weiterhin" tun, sagte Grossi am Mittwoch bei einem Besuch in Washington vor Journalisten. Es sei "nicht auszuschließen", dass in den Tunneln nicht angegebenes Material gelagert werde. Er wolle aber nicht über die Absichten des Iran spekulieren.

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Die US-Denkfabrik Institute for Science and International Security hatte am Mittwoch Satellitenbilder von der Anlage in Natanz veröffentlicht. Darauf ist ihren Angaben zufolge ein neuer, tief unter der Erde gelegener Tunnel neben einem älteren Tunnel nahe der Anlage zu sehen. Überdies zeigen die Aufnahmen eine neue Sicherheitsabsperrung.

Grossi sagte, alle Länder seien gegenüber der IAEA zur Auskunft über ihre Pläne für Einrichtungen nahe Atomanlagen verpflichtet. Der Iran vertrete jedoch die "weltweit einzigartige" Haltung, dass er von dieser Regelung ausgenommen sei. "Wir fragen sie, wozu das gut sein soll. Sie sagen uns: Das geht euch nichts an", sagte Grossi.

Vor neuen Atomgesprächen zwischen den USA und dem Iran hatte der IAEA-Chef vergangene Woche Teheran besucht. Dabei sei ein Folgetreffen zwischen iranischen und IAEA-Experten vereinbart worden, auch im Hinblick auf die Wiederinstallation von Kameras an Atomanlagen. "Es wurde vereinbart, dass ich ein technisches Team schicke, um unsere Diskussionen über diese sehr spezifischen Dinge fortzusetzen", sagte er. Demnach findet das Folgetreffen "in den nächsten Tagen" in Teheran statt.

Der Iran und die USA haben sich bereits zu zwei Gesprächsrunden über Teherans Atomprogramm getroffen. Eine weiteres technisches Treffen über das iranische Atomprogramm mit den USA auf Expertenebene wird für Samstag erwartet. Bei der zweiten Runde der Gespräche in Rom hatten beide Seiten nach übereinstimmenden Angaben Fortschritte erzielt.

Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, an Atomwaffen zu bauen, was Teheran bestreitet. 2015 hatte der Iran ein internationales Abkommen unterzeichnet, das die Lockerung von Sanktionen im Gegenzug für eine Einschränkung des iranischen Atomprogramms vorsah.

Während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump zogen sich die Vereinigten Staaten jedoch 2018 einseitig aus dem Abkommen zurück und verhängten neue Sanktionen gegen den Iran. Daraufhin zog sich Teheran schrittweise von seinen in dem Abkommen festgehaltenen Verpflichtungen zurück.

Seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus dringt Trump auf eine neue Vereinbarung. Er droht dem Iran zugleich für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit einem militärischen Vorgehen.

(S.A.Dudajev--DTZ)

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