Deutsche Tageszeitung - Vietnam feiert Ende des Krieges vor 50 Jahren mit Militärparade

Vietnam feiert Ende des Krieges vor 50 Jahren mit Militärparade


Vietnam feiert Ende des Krieges vor 50 Jahren mit Militärparade
Vietnam feiert Ende des Krieges vor 50 Jahren mit Militärparade / Foto: © AFP

Mit den bisher größten Feierlichkeiten hat Vietnam am Mittwoch den 50. Jahrestag des Falls von Saigon begangen, der das Ende des Vietnamkrieges markierte. An der Militärparade in Ho-Chi-Minh-Stadt, dem früheren Saigon, nahmen tausende Menschen teil, erstmals waren auch chinesische Soldaten beteiligt.

Textgröße ändern:

Die Parade wurde von einem Wagen angeführt, auf dem ein großes Plakat des Revolutionsführers Ho Chi Minh befestigt war, wie AFP-Reporter berichteten. Hubschrauber und Kampfflugzeuge zeigten eine Flugschau.

Rund 13.000 Menschen, darunter Kriegsveteranen und Soldaten, marschierten die Hauptstraße entlang, die zum Palast der Unabhängigkeit führt, dessen Eroberung am 30. April 1975 das Ende des Vietnamkrieges bedeutete. Panzerverbände aus dem kommunistischen Nordvietnam hatten die damalige südvietnamesischen Hauptstadt Saigon eingenommen und die von den USA unterstützten südvietnamesischen Truppen besiegt.

Nach offiziellen Zahlen waren damals mehr als 300.000 chinesische Soldaten an dem Krieg beteiligt. Die Chinesen leisteten Unterstützung bei der Flugabwehr und halfen bei der Logistik und Versorgung. Nur vier Jahre nach dem Ende des Krieges marschierte China selbst in Vietnam ein, wurde jedoch von vietnamesischen Truppen zurückgedrängt.

Tausende Menschen - viele von ihnen trugen T-Shirts mit der vietnamesischen Flagge darauf - hatten die Nacht zum Mittwoch auf der Hauptstraße verbracht, um an einem guten Platz die Feierlichkeiten verfolgen zu können. Unter ihnen waren sowohl Familien mit kleinen Kindern als auch viele ältere Menschen.

Er sei stolz darauf, zur Befreiung des Südens beigetragen zu haben, sagte der 75-jährige Veteran Tran Van Truong, der in Militäruniform aus der Hauptstadt Hanoi angereist war. "Aber was vorbei ist, ist vorbei, ich hege keinen Hass gegen die Menschen auf der anderen Seite", betonte er. "Wir sollten uns die Hand reichen, um das Ende des Krieges zu feiern."

Mehrere Millionen Vietnamesen wurden in dem Krieg getötet, unter ihnen zahlreiche Zivilisten infolge des US-Bombardements. Der großflächige Einsatz des chemischen Entlaubungsmittels Agent Orange durch die US-Streitkräfte hatte verheerende Folgen und führte bei hunderttausenden Menschen zu gesundheitlichen Schäden mit Spätfolgen.

Auf Seiten der US-Streitkräfte wurden rund 58.000 Soldaten getötet. Der Vietnamkrieg markierte die erste große militärische Niederlage für die Weltmacht USA.

In den 90er Jahren normalisierten die USA und Vietnam ihre Beziehungen wieder und wurden zu bedeutenden Handelspartnern. Die aktuelle Regierung in Hanoi bemüht sich um gute Beziehungen sowohl zu Washington als auch zu Peking.

Mitte März hatte das chinesische Staatsoberhaupt Xi Jinping Hanoi besucht. Angesichts der unberechenbaren Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump vereinbarten China und Vietnam eine engere Zusammenarbeit.

(A.Stefanowych--DTZ)

Empfohlen

CDU-Außenpolitiker kritisiert Treffen von Wadephul und Lawrow

Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat das Treffen von Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow in New York scharf kritisiert. "Ich sehe das Treffen sehr kritisch. Im Nachhinein wäre ein Telefonat klüger gewesen. Denn das Ergebnis bleibt das Gleiche", sagte Kiesewetter der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ", Montagsausgabe). Den Glauben, dass sich mit Russland verhandeln lasse, habe Lawrow "wie immer lächerlich gemacht".

Großbritannien: Fünf Festnahmen wegen Verdachts auf Vorbereitung einer "Terrortat"

Nach einem ernsten Vorfall in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes im Südwesten Englands hat die Polizei fünf Männer wegen des Verdachts der Vorbereitung einer "Terrortat" festgenommen. Die Anti-Terror-Polizei leite die Ermittlungen zu dem Vorfall an der Royal Air Force-Basis Fairford, teilte die Polizei am Sonntag mit. Zuvor hatte sie angegeben, mehrere Männer seien wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz festgenommen worden.

JU-Chef Winkel will Migranten weniger Sozialleistungen zahlen

Der Vorsitzende der Jungen Union und neue Vizechef der Unionsfraktion, Johannes Winkel (CDU), will Migranten weniger Sozialleistungen zahlen. Winkel forderte im "Ronzheimer"-Podcast von Paul Ronzheimer, den Sozialstaat massiv zu reformieren. Dabei solle bei der Höhe der Sozialleistungen entscheidend sein, ob jemand bereits ins System eingezahlt habe oder nicht. Besonders betroffen wären demnach Migranten.

Erste Begegnung seit Kriegsbeginn: Wadephul trifft russischen Außenminister Lawrow

Erstmals seit dem Beginn des Ukraine-Krieges vor viereinhalb Jahren haben sich die Außenminister aus Deutschland und Russland getroffen - eine Annäherung gab es aber nicht. Bei seinem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Samstag in New York seien die "fundamentalen Unterschiede" bei der Beurteilung des Krieges deutlich geworden, sagte Außenminister Johann Wadephul (CDU) der ARD. Bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine wurden am Wochenende mehr als 20 Menschen getötet.

Textgröße ändern: