Deutsche Tageszeitung - Polen schließt russisches Konsulat in Krakau nach Sabotagevorwürfen gegen Moskau

Polen schließt russisches Konsulat in Krakau nach Sabotagevorwürfen gegen Moskau


Polen schließt russisches Konsulat in Krakau nach Sabotagevorwürfen gegen Moskau
Polen schließt russisches Konsulat in Krakau nach Sabotagevorwürfen gegen Moskau / Foto: © POOL/AFP

Wegen Sabotagevorwürfen hat Polens Außenminister Radoslaw Sikorski die Schließung des russischen Konsulats in Krakau angeordnet. Er habe beschlossen, die "Genehmigung für die Arbeit des russischen Konsulats in Krakau zurückzuziehen", da "russische Geheimdienste" für den Brand eines Einkaufszentrums in Warschau im vergangenen Jahr verantwortlich seien, erklärte Sikorski am Montag im Onlinedienst X. Moskau kündigte daraufhin eine "angemessene Antwort" an.

Textgröße ändern:

Im Mai 2024 hatte ein Feuer ein großes Einkaufszentrum in Warschau und die darin befindlichen rund 1400 Läden zerstört. "Wir wissen jetzt mit Sicherheit, dass das große Feuer im Marywilska-Einkaufszentrum in Warschau durch Brandstiftung verursacht wurde, die von den russischen Spezialdiensten angeordnet wurde", erklärte der polnische Regierungschef Donald Tusk am Sonntag auf X.

Laut polnischen Behördenangaben sind einige der mutmaßlichen Täter inzwischen in Haft, bei weiteren Verdächtigen wurde die Identität festgestellt, sie sind aber noch auf freiem Fuß.

Das Moskauer Außenministerium kündigte eine schnelle Reaktion auf die "unangemessene" Konsulatsschließung in Krakau an. "Warschau untergräbt weiterhin absichtlich die Beziehungen und handelt gegen die Interessen seiner Bürger", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa, der staatlichen russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti.

Die Spannungen zwischen Russland und dem Nato-Mitglied Polen haben sich seit dem Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 massiv verschärft. Beide Seiten haben Dutzende Diplomaten ausgewiesen und jeweils die Schließung von Konsulaten angeordnet.

Polen ist ein treuer Verbündeter der Ukraine und seit Beginn des Konflikts ein wichtiger Transitpunkt für westliche Waffen, die in die Ukraine geliefert werden. Warschau hat Moskau bereits mehfach vorgeworfen, hinter Spionage- und Sabotageversuchen auf seinem Territorium zu stecken.

(L.Møller--DTZ)

Empfohlen

Iran bekräftigt Vorschlag zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen

Die iranische Regierung hat ihren bereits zuvor unterbreiteten Vorschlag an die USA zur Öffnung der Straße von Hormus binnen sieben Tagen bekräftigt. "Die Frist von sieben Tagen beginnt, sobald die Vereinigten Staaten diesen Plan akzeptieren", sagte Außenminister Abbas Araghtschi am Freitag vor Journalisten bei der UNO in New York. Die Entscheidung liege nun in Washington.

Trump postete höchstwahrscheinlich KI-retuschiertes Bild von Xis Staatsbesuch

Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes Foto vom Staatsbesuch seines chinesischen Kollegen Xi Jinping ist nach Ansicht von Fachleuten höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz retuschiert worden, um einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck zu verändern. Der Datenforensiker Matthew Stamm von der Drexel University sagte der Nachrichtenagentur AFP, das von Trump veröffentlichte Foto, auf dem der Präsident neben Xi während des Überflugs eines Jets salutiert, weise "mit hoher Sicherheit" Spuren auf, "die von generativer KI hinterlassen wurden."

Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook-Mutter Meta unterliegt vor US-Gericht

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten hat der Mutterkonzern Meta einen Prozess in den USA verloren. Ein Geschworenengericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico entschied am Freitag nach Angaben von US-Medien, Meta habe Nutzer über den Schutz ihrer Daten getäuscht. Dem Konzern droht nun eine Geldbuße in Milliardenhöhe.

Putin: Russland bereitet sich nicht auf "irgendeine Art von Kampf mit Europa" vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat beteuert, dass sich sein Land "nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa" vorbereite. "Viele in Europa sagen, dass sie eine Aggression vonseiten der Russischen Föderation erwarten und dass sie sich deshalb selbst auf Kämpfe, auf einen Krieg mit Russland, vorbereiten müssen", sagte Putin am Freitag vor Journalisten in St. Petersburg. Er wolle jedoch nochmals unterstreichen, dass Russland keine Vorbereitungen für eine solche Aggression treffe.

Textgröße ändern: